Zeit
Lebens

Zeiten


Bitte beachten Sie die

Hinweise

zum Projekt
zur Darstellung,
 zu den Quellen zum Urheberrecht

 

Logo 2014 A


ZeitLebensZeiten
Version 1.07.03
© ZeitLebensZeiten
2007 ff.
 

Johann Gerhard Hasenkamp

HASENKAMP Johann Gerhard–139. Geborenen am 12. Juli 1736 in Wechte bei Lengerich. Gestorben am 27. Juni 1777 in Duisburg.

Johann Gerhard Hasenkamp heiratete KRIEGE Anna Elisabeth-140 Tochter von KRIEGE Friedrich-1161 am 28. Oktober 1767 in Duisburg. Anna wurde am 15. Oktober 1747 in Lengerich geboren. 

Nach dem Tod von Johann Gerhard Hasenkamp lebte sie mit dessen Bruder, also ihrem Schwager Friedrich Arnold Hasenkamp zusammen. Zur Frage, ob sie ihren Schwager auch geheiratet hat, gibt es unterschiedliche Auskünfte.[Siehe dazu Buch 7, Kapitel 15.52]. Sie starb weit nach dem Tod ihres Schwagers/Lebensgefährten /evtl. Ehemanns im Jahre 1795 hochbetagt am 21. Februar 1841 in Lengerich. [Zur Lebensgeschichte von Anna Elisabeth Kriege siehe auch das Kapitel über Florens Jacob Smend-84, dem sie noch lange Jahre den Haushalt führte und der ihre Tochter heiratete]

Sie hatten u.a. die folgenden Kinder:

HASENKAMP Friedrich Gerhard –1318

HASENKAMP Christoph Hermann Gottfried – 1319

HASENKAMP Friederike Luise- 85 wurde am 15. November 1776 in Duisburg  geboren. Sie starb am 02. Januar 1847 in Leeden bei Lengerich. Taufpate von Friedrike Hasenkamp war Johann Kaspar Lavater [Quelle: Ahnentabelle Torhorst von Siegfried Torhorst 2007]. Friederike heiratete SMEND Florens Jacob-84.Über Friederike Luise Hasenkamp siehe dort.

Über den Vater von Friedrike Luise Hasenkamp, Johann Gerhard Hasenkamp, gibt es hinreichend Informationen. Als erste Übersicht möge die Biographie von Wikipedia dienen, dort heißt es im Jahre 2007:

„Hasenkamp war protestantischer Pädagoge (Gymnasiallehrer), Rektor des Duisburger Gymnasiums Leben. Geboren als Sohn eines Bauern, wurde Johann Gerhard wie sein Bruder Friedrich Arnold [s.u.] früh von der Erweckungsbewegung beeinflusst.

Er studierte nach dem Besuch der Lateinschule in Tecklenburg von 1753 bis 1755 an der reformierten Akademie in Lingen Philosophie und Theologie, geriet dann aber als Kandidat der Theologie zunehmend in Widerspruch zur Amtskirche. Ein Verfahren, das ihm die Predigterlaubnis entzog, wurde erst 1763 rückgängig gemacht.

In Duisburg wurde Hasenkamp zusammen mit seinem Bruder und dem Arzt Samuel Collenbusch zum wichtigen Vertreter der württembergischen Spielart des Pietismus (Johann Albrecht Bengel, Friedrich Christoph Oetinger), die jedoch auch hier auf Widerstand stieß: Noch 1770 verbot ihm eine Synode das Predigen in der Salvatorkirche.

Als Rektor des Duisburger Gymnasiums, der Hasenkamp von 1766 bis 1777 war, reformierte er den Grammatikunterricht.

Mit diesen Reformen, die sich später als notwendig und richtig erwiesen, traf Hasenkamp aber erst einmal auf den Widerstand des Stadtrates und auch der Eltern: Die Zahl der Schüler sank während seines Rektorates auf schließlich 38 Köpfe. Hasenkamps (indirekter) Nachfolger als Rektor wurde 1779 sein Bruder Friedrich Arnold [Hasenkamp.]“ [Quelle:Wikipedia 15.12.2007]

Der beste zusammenfassende, etwas ältere Artikel erschien in der Allgemeinen Deutschen Biographie:

„Johann Gerhard Hasenkamp., reformirter Theolog und Schulmann des 18. Jahrhunderts, der älteste und bedeutendste des theologischen Brüderkleeblatts, Halbbruder von Fr. Arnold und Joh. Heinrich H., geb. den 12. Juli 1736 zu Wechte, Grafschaft Tecklenburg, Provinz Westfalen, gest. den 10. Juni 1777 in Duisburg.

Aus einfacher westfälischer Bauernfamilie entsproßt, schon im 10. Lebensjahre von einer in seiner Heimath verbreiteten pietistisch-schwärmerischen Erweckung ergriffen, studirte er 1753–55 auf der reformirten Akademie zu Lingen unter den Professoren Mieg und Stosch Philosophie und Theologie. Lebhaft und wohlbegabt, aber unruhig und unklar, nach seinem eigenen Geständniß bald zur Hoffart bald zur Fleischeslust geneigt, sammelt er allerlei Kenntnisse, geräth aber auch auf bedenkliche Irrwege, kommt wegen unberufenen Predigens in Conflicte mit der Polizei, wird von der reformirten Synode wegen Heterodoxie von der Candidatur suspendirt, macht einen Versuch Friedrich den Großen zu bekehren, dem er 1761 ins Hauptquartier nach Breslau nachreist.

Aus diesen krankhaften, zwischen unnatürlicher Exaltation und Depression schwankenden Seelenzuständen allmählig zu größerer Ruhe und Klarheit gebracht, wird er 1762 Hauslehrer in seiner Heimath, 1763 in seine Candidatenrechte restituirt, lebt in Berlin, wo Hecker und Sack sich seiner annehmen, und erhält 1766 eine Anstellung als Rector in Duisburg, wo er nun die elf letzten Jahre seines Lebens als demüthiger und frommer Christ und eifriger Schulmann bei beschränktem Gehalt, in glücklicher Ehe trotz schwächlicher Gesundheit mit aufreibendem Eifer und schönem Erfolg für Hebung des verfallenen Gymnasiums und für Pflege christlichen Lebens in seiner Umgebung wirkt.

In Berlin war er mit Joh. Albrecht Bengel’s Schriften bekannt und ein eifriger Anhänger der Bengel’schen Schrifttheologie wie der Oetinger’schen Theosophie geworden. Anstatt aber bei der einfachen Schriftwahrheit stehen zu bleiben, huldigte H. theils in Folge seiner eigenen Originalitätssucht, theils unter dem Einfluß seiner Umgebungen, im Verkehr mit Tersteegen, Jung Stilling und besonders Collenbusch, im brieflichen Verkehr mit Lavater, Pfenninger u. A., auch unter Berufung auf angebliche Visionen und Revelationen einer christlichen Jungfrau Anna Dorothea Wuppermann aus Barmen, allerlei besonderen theologischen Lieblingsmeinungen, die am Maßstab der kirchlichen Orthodoxie gemessen als mehr oder minder bedenkliche Einseitigkeiten erscheinen mußten und ihn wiederholt mit der reformirten Provinzialsynode zu Cleve wie mit der Jülich’schen Generalsynode in Conflict brachten.

Insbesondere polemisirt er scharf gegen die kirchliche Genugthuungs- und Rechtfertigungslehre, während er im Gegensatz gegen diese eine eigenthümliche Theorie von einer „proportionirten göttlichen Reichsgerechtigkeit“ und von einer genau unterschiedenen „Stufenordnung in der Heiligung“ sich zurechtmacht.

Er starb 41jährig an der Auszehrung mit Hinterlassung einer Wittwe und dreier Kinder, die an seinem Bruder Friedr. Arnold H. (s. o.) einen treuen Versorger fanden. –

Sein früheres Leben hat er selbst beschrieben in einem Brief an Lavater vom J. 1766: auf Grund desselben hat sein Sohn Christoph Hermann Gottfried H., gest. als Pastor in Vegesack bei Bremen, eine ausführliche Lebensbeschreibung seines Vaters bearbeitet und in der Zeitschrift „Wahrheit zur Gottseligkeit“ (Bremen 1836) publizirt. Dort sind auch die meisten seiner Schriften genannt, die zur Zeit ihres Erscheinens zum Theil großes Aufsehen machten, jetzt aber nahezu vergessen sind. Dahin gehören

  • sieben Programme „De liberorum educatione“, Duisburg 1767–70,
  • „Theses contra Socinum“, 1770,
  • „Predigten im Geschmack der drei ersten Jahrhunderte nebst einer Rede bei Tersteegen’s Begräbnis.“, 1773,
  • Verschiedene Schriften, herausgegeben von Lavater 1772,
  • „De optima cum Judeis de religione disputandi ratione“, 1772,
  • „Unterredungen über Schriftwahrheiten“, 1775,
  • „Ein christliches Gymnasium nach dem Herzen des Königs von Preußen“, 1776. In der deutschen Litteraturgeschichte hat H. eine gewisse Berühmtheit durch sein Zusammensein mit Goethe, Lavater, Jung Stilling u. A. auf der bekannten Rheinreise 1774.

S. Meusel’s Lexikon V, 208 ff.; Max Göbel in Herzogs theol. R.-E. 2. Aufl. Bd. V, 631 ff.; Ehmann, Briefwechsel zwischen Lavater und Hasenkamp, Basel 1870; Frank, Gesch. der protest. Theologie, III, S. 216.“ [Quelle: Artikel „Hasenkamp, Johann Gerhard“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), ab Seite 737, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource_ //de.wikisource.org 27.9.2009]

Hinweise zu Johann Gerhard Hasenkamp im Lexikon Westfälischer Autoren 1750 bis 1950:

Briefe:
K. Ehmann (Hg.): Briefwechsel zwischen Johann Kaspar Lavater und Johann Gerhard Hasenkamp. Basel 1870. 243S.
Selbständige Veröffentlichungen über Hasenkamp: H. Hasenkamp: Rektor Johann Gerhard Hasenkamp in Duisburg. o.O.u.J. 34S. (StA Duisburg).
Unselbständige Veröffentlichungen über Hasenkamp: C.H.G. Hasenkamp: Mitteilungen aus dem Leben Johann Georg Hasenkamps, in ders.: Durch Wahrheit zu Gottseligkeit. Bd. 2. Bremen: Heyse 1832-1834.
Erwähnungen in: K. Ehmann: F.C. Oettingers Leben und Briefe. Stuttgart 1859 – A. Ritschl: Geschichte des Pietismus. Bd. 1. Bonn 1880 – F. Aug.: Dr. med. S. Collenbusch und sein Freundeskreis. Beiträge zur Geschichte des christlichen Lebens in der rheinisch-westfälischen evangelischen Kirche von der Mitte des 18. Jahrhunderts. 2 Bde. Neukirchen 1905/1907 – H. vom Berg: Der Einfluß des Humanismus auf die Entwicklung des h.heren Schulwesens in Cleve-Mark (1770-1810). Leipzig 1927, S. 38, 44, 116 – Humanistische Schule. Gymnasium Duisburgense. Landfermann-Gymnasium 400 Jahre. Duisburg [1959] [mehrf. erwähnt] – G. Hasenkamp: Es kommt Dein Tag. Dichtungen und Schriften. Münster 1988, S. 187f. – J.H. Knoll: Johann Gottfried Christian Nonne. Ein Beitrag zur niederrheinischen Schulgeschichteam Beginn des 19. Jahrhunderts. München 1971 (=Duisburger Forschungen, Beih. 14), S. 21, 23.
Nachschlagewerke: Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 15, 1805 – Adelung, Bd. 2, 1821 –ADB, Bd. 10, 1879 – RE, 3. Aufl., Bd.7, 1899 – NDB, Bd. 6, 1969 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche
[Quelle: Lexikon westf. Autoren 1750 bis 1950: lwl.org/literaturkommission 27.9.2009]
 

 

139N

 

V2