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Version 1.07.03
© ZeitLebensZeiten
2007 ff.
 

Grauert

Mit der Familie Grauert beginnt in den hier betrachteten genealogischen Zusammenhängen die Lübecker Ahnenreihe, die durch ihre Tätigkeiten und ihre damit verbundenen wirtschaftlichen Verhältnisse bzw. ihre politischen Tätigkeiten weit zurück namentlich überliefert ist. Daher seien an dieser Stelle einige grundsätzliche Informationen zu Lübeck und den dort wohnenden Familien gestattet:

1155 war Lübeck niedergebrannt, ab 1159 wurde es – nach einer „Auslagerung“ der Bürger an einen nahegelegenen, aber wohl noch nicht wiederentdeckten Ort im Ratzeburgischen, an alter Stelle wiederaufgebaut. Wahrscheinlich, so Erich Hoffmann in Antjekatrin Graßmanns detailliertem Buch „Lübeckische Geschichte“ (Lübeck 1988, S. 79ff), waren es vor allem Fernkaufleute, ja die Kaufleute generell und Handwerker gewesen sein, die die Geschicke der Stadt vom Wiederaufbau bis hin zu ihren Verwaltungsstrukturen maßgeblich bestimmt haben. Fernkaufleute waren auf genossenschaftliche Strukturen angewiesen, um sich, insbesondere im Ausland, gegenseitig helfen zu können.

Die Bevölkerung stammte zum einen aus den bisher ansässigen Bewohnern, aber zunehmend auch aus zugezogenen Westfalen, die auf dem Wege zur Besiedlung des Ostseeraumes – Lüneburg in diesem Punkte vergleichbar – in Lübeck ggf. auch für längere Zeit Station machten oder gar niederließen. Während die Geschichte der wechselnden Herrschaften und Kriege hier keine Beachtung finden soll, lohnt ein genauerer Blick in das Gefüge der Bevölkerung, wie es von Erich Hoffmann (a.a.O. S.228) beschrieben wird. So gab es „Bürger“ und „bloße Einwohner“, letztere gehörten, wie unschwer zu vermuten, eher den unteren sozialen Schichten an. Wr Bürger werden wollte, musste sich, so Hoffmann, an die Kämmerei wenden, die die Bürger in ein Bürgerbuch eintrugen und – den Verhältnissen des Antragstellers entsprechend – ein Bürgergeld festsetzten. Und zunächst war es so, dass Voraussetzung für die Ratsmitgliedschaft eines Bürgers Grundbesitz war. Als Bürger hatte man neben der jährlichen Entrichtung der Stadtsteuer diverse Pflichten und Rechte, die an dieser Stelle zu schildern, zu weit führen würde. Wichtig erscheint die Struktur des Rates:

„Lübeck war eine der Groß- und Fernhandelsstädte des Mittelalters, in der das soziale Gefüge der Bevölkerung dadurch ausgeglichener erscheint als in mittleren und kleineren Städten, weil die Kaufmannsschicht innerhalb der gesamten Bürger- und Einwohnerschaft einen wesentlich größeren Umfang einnahm, als es sonst der Fall war. So gehörte auch die Travestadt zum Typ der „reinen Handelsstädte“..., in welchem alles Handwerk und Gewerbe dem Handelsinteresse der wirtschaftlich, aber auch stadtpolitisch führenden Kaufmannschaft untergeordnet war....

Die Kaufleute insgesamt, wie die Fern- und Großhändler insbesondere, stellten ... in Lübeck gegenüber einer deutschen „Normalstadt“ einen wesentlich größeren Prozentsatz der Bevölkerung. Der Fernhandelskaufmann aus der Frühzeit Lübecks war noch ein reisender Wanderhändler, der zwar zu dieser Zeit bereits in seiner Heimatstadt einen dauernden Stützpunkt besaß, aber noch immer wieder selbst mit seinen Waren reiste, sie am Zielort veräußerte und von dort mit neuangekaufter Ware, die er am Heimatort oder an anderen Handelsplätzen absetzen wollte, zurückkehrte. Vermögende Kaufleute wurden auf ihren Reisen auch von ein oder zwei Dienern begleitet. Um drohende Gefahren und Widerwärtigkeiten durch Überfälle von Räubern oder Raubrittern, durch rechtliche Benachteiligung und Bedrohung seitens unzufriedener oder betrügerischer Kunden in der Fremde oder durch Gefahren von Wind und Wetter zur See besser bestehen zu können, schlossen sich die reisenden Fernhändler zu korporativ organisierten Gruppen und Scharen, zu Gilden und „Hansen“ zusammen...,deren Mitglieder oft genug aus der gleichen Stadt oder doch Region stammten. So waren sie es gewohnt, sich in Schwierigkeiten und ungewöhnlichsten Situationen zu behaupten und verstanden es meist auch sehr gut, sich mit der Waffe zu verteidigen. Dies war auch bitter nötig, denn bei dieser Art des Wanderhandels mußten sie ja einen großen Teil ihres Besitztums an Waren und Geld direkt mit sich führen. Sprachkenntnisse und ein gutes Wissen über die Verhältnisse von Land und Leuten in der Fremde waren für diese Kaufleute sicherlich notwendig, und auch die Fähigkeit, rechnerisch Warenmengen und Geldsummen in Beziehung zu setzen, muß vorhanden gewesen sein.“(E. Hoffmann, a.a.O., S.169-170)

Es gab in Lübeck erst ab 1201 einen Bürgerausschuß, der aus „Consules“ (Ratmännern) bestand. Der Rat der Stadt vertrat die Bürgerschaft nach außen und wurde nach und nach nicht nur Exekutive, sondern auch Legislative der Stadt.

„Der im Jahre 1201 zuerst bezeugte Rat der Stadt Lübeck war wohl zunächst vordergründig, so weisen es die Quellenindizien nach, eine von der „Stadtgemeinde“ ... beauftragtes ausführendes Organ. Die Willküren wurden von der Gemeinde beschlossen und vom Rat ausgeführt. Vielleicht war aber auch hier schon von vornherein der Vorschlag der über die Rechtsfragen besser informierten Ratmänner aus dem Stand der Fernhändler bestimmend.

Doch schon während des dritten Jahrzehnts des 13. Jahrhunderts gelang es dem Rat, die Setzung der Willküren völlig in die eigene Hand zu nehmen. Weniger genau ist es zu erkennen, wann es dem Rat gelang, die Zuwahl von Ratmännern allein zu regeln und damit sich selbst faktisch durch „Kooptation“ zu ergänzen. Hier werden ... sich aufgrund der sozialen Unterschiede die Fernhändler gegenüber den Handwerkern und Einzelhändlern nicht nur im faktischen stadtpolitischen Handeln, sondern dann auch nach rechtlichen Grundsätzen, als für den Rat allein Berechtigte, durchgesetzt haben. In Lübeck als „Großstadt“ des Mittelalters, in der der Fernhandel von vornherein bestimmend war, wird es ganz natürlich gewesen sein, dass die hier verhältnismäßig starke Schicht der Fernhändler, die sich durch Kenntnisse und Besitz deutlich von der übrigen Bürgerschaft abhob, das ausschlaggebende Element bildete.

Im Mittelalter „zählte“ man nicht die Stimmen, sondern „wog“ sie. Wer mehr Ansehen besaß, verfügte als Mitglied der Gruppe der „meliores“ (d. h. der „Besseren“ oder „Gescheiteren“) auch über höheren Einfluß, sein Wort galt wesentlich mehr als das der übrigen Bürger. So wird man in der den Rat wählenden Bürgerversammlung zunächst den „Vorschlägen“ der Fernhändler bei der Ratswahl gefolgt sein, um diesen dann gewohnheitsrechtlich die Auswahl der Ratsmitglieder ohne lange Weiterungen überlassen zu haben, wobei es in der Verfassungspraxis wohl schon im 13. Jahrhundert üblich wurde, dass der bestehende Rat sich durch Zuwahl selbst ergänzte.

Alles in allem kann man sagen, dass es bald nach 1226/27 allein der Rat war, der in Lübeck nach innen wie nach außen das Geschick der Stadt bestimmte. Die Anzahl der Ratmänner stand keineswegs grundsätzlich fest. Als höchste Anzahl sind für das Jahr 1301 32 Ratsherren überliefert.“ (E. Hoffmann a.a.O. S. 222) 

Es gab über lange Zeit vier Bürgermeister, von denen jeweils 2 amtierten, einer in Ruhe war und einer in Reserve. So wurde Kontinuität gesichert und für Extremfälle vorgesorgt.

Von den hier infrage kommenden Familien waren die folgenden Vorfahren Bürger bzw. Ratsherren oder Bürgermeister in Lübeck :

Von den Vorfahren der Ilsa Grauert-1853 sind fünf Generationen bekannt:
 

Grauert V 1853

I. Friebel Grauert

GRAUERT Friebel-1874 wurde 1320 in Stendal/Altmark geboren. Er starb 1392 in Stendal/Altmark .

[Quelle: Felicitas Spring 16.6.2010: Ahnen nach Mitt. Dr. Wolfgang Sydow/Berlin: Ergänzungen zur Ahnenliste Sydow (nach: Jürgen von Damm, Die Vorfahren des Tilo von Damm, Braunschweig 1972, 2 Bd.)

1392 in Stendal erwähnt

Friebel heiratete NN GRAUERT Geseke-1875 . NN Geseke wurde 1325 geboren. Sie starb vor 1392 in Stendal/Altmark . gestorben vor dem 11.3.1392
Friebel und Geseke hatten die folgenden Kinder:

GRAUERT Fritz (1)-1866 wurde 1350 in Stendal/Altmark geboren

 

II. Fritz Grauert I.

GRAUERT Fritz (1)-1866 wurde 1350 in Stendal/Altmark geboren. Er starb 1392 in Stendal/Altmark .

1390, 29.12. in Stendal erwähnt_1392 noch am Leben

Fritz heiratete VON CALVE Taleke-1867 Tochter von VON CALVE Johannes-1876 und NN VON CALVE Margarete, verw. von Werben-1877 1380 in Stendal/Altmark (?). Taleke wurde 1355 in Stendal/Altmark geboren.
Sie hatten die folgenden Kinder:

GRAUERT Fritz (2)-1860 wurde 1380 in Stendal/Altmark geboren

 

III. Fritz Grauert II.

GRAUERT Fritz (2)-1860 wurde 1380 in Stendal/Altmark geboren. Er starb 1449 in Lübeck  .

Bürger und Zirkelherr in Lübeck

Bürger in Lübeck; 1413 und 1441 Testament; 1429 Zirkelherr; 1452 stiftet er eine Messe zur kapelle des Heiligen Leichnams in der Marienkirche; Sein Wappen befindet sich in der Petrikirche.

Fritz heiratete BREKEWOLD Adelheid Taleke-1861 Tochter von BREKEWOLD Konrad-1868 und NN BREKEWOLD NN verw. Schumacher-1869 1410 in Lübeck. Adelheid wurde 1385 in Lübeck  (?) geboren. Sie starb vor 1429 in Lübeck .
Sie hatten die folgenden Kinder:

GRAUERT Fritz (3)-1856 wurde 1410 in Lübeck  geboren.

 

IV. Fritz Grauert III.

GRAUERT Fritz (3)-1856 wurde 1410 in Lübeck  geboren. Er starb 1476 in Riepenburg.

1460 Ratsherr. Sohn des lüb. Bürgers gleichen Namens, der aus Stendal stammte. Verheiratet mit Adele, Tochter des Bürgermeisters joh. Bere (500). Seit 1470 Schloßhauptmann zu Riepenburg. . Wohnung: Breite Straße 13. Seit 1447 in der Zirkel-Gesellschaft. [Quelle: E.F. Fehling Lübeckische Ratslinie, Lübeck 1928, Nr. 544 – Fehling schreibt den Namen Grawert]

Fritz heiratete BERE Adele-1857 Tochter von BERE Johann-1862 und BOITIN Margarete-1863 1440 in Lübeck  (?).. Adele wurde 1420 in Lübeck  (?) geboren. 

Ihre Identität nicht ganz geklärt. In den Lübecker Quellen wird Fritz Grauert eine Adele Bere als Ehefrau zugeordnet, während in der Leichenpbredigt für Carl Goldbeck eine Anna von Bergen genannt ist. Sydow folgt hier der Version von Jürgen von Damm mit Adele Bere.

Fritz und Adele hatten die folgenden Kinder:

GRAUERT (Gravert) Ilsa-1853 wurde 1445 in Lübeck  geboren

 

V. Ilsa Grauert

GRAUERT (Gravert) Ilsa-1853 wurde 1445 in Lübeck  geboren.

Römisch-katholisch

Ilsa heiratete GOLDBECK Hans-1852  

 

1874N

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