Zeit
Lebens

Zeiten


Bitte beachten Sie die

Hinweise

zum Projekt
zur Darstellung,
 zu den Quellen zum Urheberrecht

 

Logo 2014 A


ZeitLebensZeiten
Version 1.07.03
© ZeitLebensZeiten
2007 ff.
 

Ottonen

Gleich über drei Frauen gibt es direkte Vorfahren Linien zu den Liudolgfingern bzw. Ottonen.

Die Liudolfinger, die nach der Kaiserkrönung auch Ottonen genannt werden, waren ein sächsisches Adelsgeschlecht und eine deutsche Herrscherdynastie. Die Liudolfinger regierten im ostfränkisch-deutschen Reich von 919 bis 1024. Begründer des Adelsgeschlechts war Graf Liudolf (+866). Die Bezeichnung Ottonen geht auf drei liudolfingischen Kaiser zurück: Otto I., Otto II. und Otto III..

Der Aufstieg des Geschlechts fällt mit dem Aufstieg des Ostfränkischen Reiches und dem Entstehen des Heiligen Römischen Reiches zusammen. Durch die Bestimmung von König Konrad I., den mächtigsten Stammesherzog, den Liudolfinger Heinrich von Sachsen, zu seinem Nachfolger zu ernennen, erhielt die zuvor lediglich im Herzogtum Sachsen bedeutende Familie die Königswürde.[/de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=89902997Wiki15.6.2011]
 

2788Vn

3823Vn

3867Vn

 

Die Generationengeschichte der Ottonen (Unterstrichene Namen sind direkte Vorfahren im ZeitLebensZeiten-Projekt):

 

I. Brunhardt
 

3291Nn

BRUNHARDT-3291 .
Er hatte die folgenden Kinder:

LIUDOLF-3289 starb am 11. März 866. Er wurde in Brunshausen bestattet.

 

II. Liudolf I.

LIUDOLF -3289 starb am 11. März 866. Er wurde in Brunshausen bestattet.

LIUDOLF heiratete ODA (Billunger)-3290 . ODA wurde 805/806 geboren. Sie starb am 17. Mai 913. Sie wurde in Gandersheim (Stiftskirche) bestattet. Oda wurde 107 Jahre alt. Ihre Eltern waren Billung und Aeda, wobei deren genealogische Herkunft nicht geklärt ist. 
LIUDOLF und ODA hatten u.a. die folgenden Kinder:

 OTTO DER ERLAUCHTE (Liudolfinger)-3287 starb am 30. November 912.

Liudolf war vermutlich seit 840 Graf in Sachsen. Als frühester benennbarer Vertreter des Adelsgeschlechtes der Liudolfinger (Ottonen) gilt er als Stammvater dieses Geschlechts. Wahrscheinlich stellte die Familie jedoch bereits vor ihm hohe karolingische Amtsträger in Sachsen.

Liudolfs Abkunft ist nicht sicher zu bestimmen. Seine Eltern sollen der historisch sonst nicht fassbare "Markgraf Brun(hard) der Jüngere" und seine Mutter dessen Frau Gisla von Verla sein. Nach anderen Quellen hieß seine Mutter Addida und war eine Tochter des sächsischen dux Ekbert und der Heiligen Ida von Herzfeld.

Liudolf war verheiratet mit Oda, der Tochter des princeps Billung aus dem Geschlecht der Billunger und der Aeda.

Er hatte umfangreichen Grundbesitz im westlichen Harzvorland, dem Gebiet der Leine, auf dem er 852 (gemeinsam mit Oda und mit Altfrid, dem Bischof von Hildesheim und vielleicht sein Vetter) in Brunshausen ein Frauenkloster gründete (in dem Liudolf beerdigt wurde). 881 wurde das Kloster nach Gandersheim verlegt, als die Neubauten dort fertiggestellt waren. In Gandersheim fand Oda ihre letzte Ruhestätte.

Das Kloster wurde zur Grablege der frühen Liudolfinger und damit zum zentralen Ort ihrer Memoria. Liudolf muss einer der bedeutendsten Machthaber in Sachsen gewesen sein. Darauf lässt die Tatsache schließen, dass Ludwig der Deutsche seinen Sohn und vorgesehenen Erben des östlichen Reichsteils, Ludwig den Jüngeren, mit Liudolfs Tochter verheiratete.

In der älteren Forschung war es unbestritten, dass die Liudolfinger in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts die führende Stellung in Sachsen einnahmen. Bereits der 866 verstorbene Stammvater Liudolf galt als ‚Stammesherzog’, dem seine Söhne Brun und Otto in seiner Position folgten. Die jüngere Forschung beurteilt diese Ansicht zurückhaltender. Die Entstehung des ‚jüngeren Stammesherzogtums’ in Sachsen in der zweiten Hälfte des 9.Jahrhunderts ist heute Gegenstand intensiver Neubewertung.[de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=90770109, 18.7.2011]

LIUDOLF und ODA hatten neben den folgenden Kindern:

1. Brun, † 2. Februar 880 gegen die Normannen, 877 Graf
3. Thankmar, wohl 877/879 Abt von Corvey
4. Liutgard, 877 bezeugt,† 17. oder 30. November 885, begraben in Aschaffenburg; ∞ vor 29. November 874 Ludwig III. der Jüngere, König der Ostfranken, † 20. Januar 882 (Karolinger)
5. Enda ∞ NN
6. Hathumod, * 840, † 29. November 874, 852 Äbtissin von Gandersheim, begraben in Brunshausen
7. Gerberga, † 5. September 896/897, 874 Äbtissin von Gandersheim
8. Christina, † 1. April wohl 919/920, 896–897 Äbtissin von Gandersheim, begraben in der Stiftskirche Gandersheim
sowie 2 oder 3 Söhne, † klein [Quelle:de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=89902997Wiki15.6.2011]

die beiden für das ZeitLebensZeit-Projekt relevanten Kinder:

2. OTTO DER ERLAUCHTE (Liudolfinger)-3287 starb am 30. November 912. Siehe unten

9. SACHSEN VON Oda (Liudolfinger).-3744 starb vor 874.
Oda heiratete LOTHAR I. (Udonen).-3745 starb am 02. Februar 880 in Bei Ebstorf (gefallen).
Offenbar aufgrund der eher spärlichen Verhandlung der Udonen in der Forschung ist diese Verbindung nicht so bekannt.
Sie hatten die folgenden Kinder:

      LOTHAR II. (auch: Luder) (Udonen)-3742 starb am 05. September 929 in in der Schlacht bei Lenzen.
      Lothar II heiratete SWANEHILD .-3743 gestorben an einem 13. Dezember
      Sie hatten die folgenden Kinder:

        1. STADE VON Heinrich I. der Kahle Graf (Udonen).-3382 starb am 11. Mai 976. 
        Begründer der Burg Harsefeld und wohl erfolgreichster Udone.
        2. GERBURG .-3747
        .
        3. STADE VON Siegfried I. Graf.-3748 wurde 954 geboren.
        4. THIETMAR Abt von Corvey.-3749 starb am 12. März 1001. seit 983 Abt von Corvey

 

 

III. Otto der Erlauchte
 

3287N

OTTO DER ERLAUCHTE (Liudolfinger)-3287 starb am 30. November 912.

Otto der Erlauchte heiratete HADWIG(HATHUI (Fränkische Babenberger-3288. Sie starb am 24. Dezember 903. Tochter des Heinrich dux Austrasiorum(fränkische Babenberger)

Heinrich I. und Hadwig hatten u.a. die folgenden Kinder:

HEINRICH I König (Ottonen)-3282 wurde 876 geboren. Er starb am 02. Juli 936. siehe unten

Der jüngere Sohn des Grafen Liudolf wurde als Nachfolger seines 880 im Kampf gegen die Normannen gefallenen Bruders Brun Haupt der Liudolfinger.

Otto war Graf im Eichsfeld sowie (888) im Südthüringgau und ist 908 als Laienabt von Hersfeld bezeugt. In einem Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld ist er schon gegen Ende des 9. Jahrhunderts als Herzog (dux) bezeugt.

Selbst König Konrad I., ein langjähriger Rivale, bezeichnete ihn im Jahre 913 rückblickend als dux. Fünfzig Jahre später wurde Otto von Widukind von Corvey gar als Herzog von ganz Sachsen bezeichnet. Hingegen verweigerten die Karolinger ihm den dux-Titel und würdigten ihn in ihren Urkunden lediglich als herausragenden Grafen.

Seine Bedeutung im Machtgefüge des ostfränkischen Reiches zeigt sich darin, dass seine Frau Hadwig aus einer der bedeutendsten Sippen des Reiches stammte und seine Tochter Oda mit einem - wenn auch illegitim geborenen - Mitglied der karolingischen Herrscherfamilie verheiratet wurde. Unter Ludwig dem Kind hatte Otto keine besondere Nähe zum Königshof. Otto trat nur zweimal als Intervenient auf. Im August 902 in Trebur in einer Rechtsbestätigung für die Kirche von Halberstadt und am 8. Mai 906 in Holzkirchen in einer Rechtsbestätigung für die Kirche von Freising.

Otto der Erlauchte wurde in der Kirche des Stiftes Gandersheim bestattet. Eine Gedenktafel über ihn befindet sich in der Walhalla in Donaustauf.[de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=87507182, 18.7.2011]


 

IV. König Heinrich I.
 

3282Nn

 

HEINRICH I König (Ottonen)-3282 wurde 876 geboren. Er starb am 02. Juli 936 in Memleben.

Heinrich I. heiratete in erster Ehe HATHEBURG NN-3284 906. Die Ehe endete in einer Scheidung.
Sie hatten die folgenden Kinder:

    THANKMAR-3285 .gefallen 28.7.938 Eresburg

 

Heinrich I heiratete in zweiter Ehe 909 in Wallhausen MATHILDE (Widukind-Immedinger-Linie)-3283, Tochter von THEODERICH (DIETRICH) Graf in Westfalen-3349 und VON DÄNEMARK Reinhilde(Reginlind)-3350.
 

Heinrich I. (* um 876; † 2. Juli 936 in der Pfalz Memleben bei Memleben an der Unstrut) aus dem Adelsgeschlecht der Liudolfinger war ab 912 Herzog von Sachsen und von 919 bis 936 König des Ostfrankenreiches. Als zu Beginn des 10. Jahrhunderts wiederholte Ungarneinfälle und die Schwäche des spätkarolingischen Königtums das Ostfränkische Reich erschütterten, gelang es Heinrich durch geschickte Heiratsverbindungen, sich in Sachsen eine führende Stellung aufzubauen.

Er nutzte hierzu den Umstand, dass Adelsfehden zwischen den mächtigen Aristokratenfamilien um die Vorherrschaft in den einzelnen Stammesgebieten des ostfränkischen Reiches zu einer Etablierung regionaler Mittelgewalten, den späteren Herzogtümern, führten.

Anders als sein Vorgänger Konrad versuchte Heinrich als ostfränkischer König nicht mehr die Herrschaft im ganzen Reich auszuüben. Vielmehr konsolidierte er seine Herrschaft gegenüber den ostfränkischen Herzögen, den duces, durch Freundschaftsbündnisse und einen weitreichenden Verzicht in der Herrschaftsausübung außerhalb der etablierten, aber labilen Strukturen.

Nach einem neunjährigen Waffenstillstand mit den Ungarn, den er zur Entwicklung umfangreicher Verteidigungsmaßnahmen nutzte, gelang ihm 933 ein Sieg gegen die lange Zeit als unbesiegbar geltenden Ungarn.

In Abkehr von der karolingischen Praxis seiner Vorgänger wurde das Reich nach seinem Tod nicht mehr geteilt, sondern an seinen ältesten Sohn Otto vererbt.

Die Zeit Heinrichs I. gehört zu den quellenärmsten des gesamten Mittelalters. Die Jahrzehnte nach seinem Tod verfassten ottonischen Geschichtswerke würdigen insbesondere Heinrichs Einung und Befriedung des Reiches nach innen und außen. Lange Zeit galt Heinrich als erster „deutscher“ König im „deutschen Reich“. Erst in der modernen Forschung setzte sich die Auffassung durch, dass das Deutsche Reich nicht durch einen Akt, sondern in einem lange währenden Prozess entstanden ist. Gleichwohl wird Heinrich darin weiterhin eine entscheidende Rolle zugemessen [de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=89999644, 15.6.2011]

Heinrich I. und Mathilde hatten die folgenden Kinder:

1. OTTO I der Große (Ottonen)-3286 wurde am 23. November 912 geboren. Er starb am 07. September 973 in Memleben.
siehe unten

2. SACHSEN VON Gerberga (Ottonen-Linie)-2788 wurde 913/914 in Nordhausen geboren. Sie starb am 05. Mai 969. Sie wurde in Reims (St. Remy) bestattet.
Gerberga, mitunter auch Gerberga von Sachsen, war Herzogin von Lothringen und Königin von Frankreich. Die älteste Tochter des deutschen Königs Heinrich I. und seiner zweiten Gemahlin Mathilde und Schwester Kaiser Ottos I. entwickelte sich dabei aus der Rolle der Ehefrau in einer politischen Zweckehe heraus zu einer selbständig Politik betreibenden Frau, die schließlich in Vertretung ihres minderjährigen Sohnes Frankreich regierte.

    Gerberga heiratete 928 in erster Ehe LOTHRINGEN VON Giselbert-3277 Sohn von REGINAR I.-3396 und ALBERADA-3397 . Giselbert wurde 890 geboren. Er starb am 02. Oktober 939.
    Sie hatten die folgenden Kinder:

      Die Ehe mit Giselbert von Lothringen
      Heinrich I. verheiratete Gerberga 928 mit dem Herzog Giselbert von Lothringen. Bei dieser Ehe handelte es sich um eine für die damalige Zeit übliche Zweckehe. Heinrich wertete Giselberts Ansehen dadurch auf, dass er ihm seine Tochter zur Frau gab und band gleichzeitig Lothringens mächtigsten Adeligen an das ostfränkische Reich.

      Lothringen, an der Westgrenze des Ostfrankenreiches gelegen, war durch die Teilung von Prüm aus dem Lotharii Regnum hervorgegangen, das selbst erst 843 zusammen mit Ost- und Westfrankenreich durch die Teilung des Karolingischen Reiches unter den Söhnen Ludwigs des Frommen entstanden war. Seitdem war es Zankapfel zwischen den beiden Frankenreichen. Nach einer zeitweiligen Teilung war das Gebiet 880 aufgrund des Vertrags von Ribemont vollständig an das Ostfrankenreich gefallen. 911 hatte Giselberts Vater allerdings nach dem Tod des letzten ostfränkischen Karolingers dem neugewählten Konrad I. die Gefolgschaft verweigert und sich dem Westfrankenreich angeschlossen. Giselbert, Herzog ab 915, war jedoch auch mit den Westfrankenherrschern in Konflikt geraten, möglicherweise um sein Land aus der Abhängigkeit zu lösen, und hatte schließlich nach einigen politischen Schachzügen und Feldzügen 925 Heinrich I. die Treue geschworen. Gerbergas Verheiratung mit Giselbert war Teil der Anstrengungen Heinrichs, das neu geschaffene Herzogtum an sein Reich zu binden.

      Ob Gerberga politischen Einfluss auf Giselbert hatte, ist fraglich. Eine Quelle des 11. Jahrhunderts, die Translatio s. Servatii des Iocundus, stellt Gerberga als treibende Kraft hinter Giselberts Entscheidung dar, den Aufstand ihres jüngeren Bruders Heinrich gegen ihren älteren Bruder Otto I. zu unterstützen, in dessen Verlauf Giselbert 939 im Rhein ertrank. Winfrid Glocker [1] hält diese Darstellung allerdings für nicht glaubhaft, da Giselbert sicher nicht eine Beeinflussung durch seine Ehefrau benötigte, um sein schon zuvor verfolgtes Ziel eines lothringischenSonderkönigtums zu verfolgen. Allerdings belege diese Quelle, dass Gerberga nicht die ihr von Heinrich I. zugedachte Rolle, Giselbert an die Ottonen zu binden, erfüllte, sondern sich als Giselberts Ehefrau für dessen Ziele eingesetzt habe.


    Gerberga heiratete 940 in zweiter Ehe FRANKREICH VON Ludwig IV.(Karolinger)-2787 Sohn von KARL III Der Einfältige (Karolinger)-2789 und WESSEX VON Edgifa-2790 . Ludwig wurde 921 geboren. Er starb am 10. September 954 in Reims. Er wurde in Reims (Saint-Remi) bestattet

      Die Ehe mit Ludwig IV. von Frankreich
      Durch Giselberts Tod war Gerberga im Alter von etwa 26 Jahren Witwe und fiel damit unter die Munt des Familienoberhaupts ihrer Sippe, also die ihres älteren Bruders Otto I. Dieser plante, Gerberga oder deren Tochter mit dem Herzog von Bayern zu verheiraten. Hierzu kam es jedoch nicht, da Gerberga begann, eigene politische Entscheidungen zu treffen. Zunächst verweigerte sie ihrem Bruder Heinrich, dessen Aufstand mit Giselberts Tod zusammenbrach, ihren Schutz und distanzierte sich so von Giselberts Politik, um dann eine neue Ehe einzugehen.

      Gerberga heiratete Ludwig IV. den Überseeischen, den König des Westfrankenreiches, der, wie der Chronist Richer von Reims berichtet, von Mitleid mit der schönen Witwe erfüllt war. Tatsächlich waren Ludwigs Ziele politischer Natur. Ludwig erhob mit der Heirat den Anspruch auf Lothringen, zugleich holte er ein Statusdefizit gegenüber seinem innenpolitischen Widersacher Hugo von Franzien auf, der Gerbergas Schwester Hadwig geheiratet hatte. Der Name Lothar des 941 geborenen Sohnes Ludwigs und Gerbergas besagte programmatisch, dass der Anspruch des Westfrankenreiches auf Lothringen weiter bestand. Ludwigs Ambitionen auf Lothringen scheiterten allerdings an Ottos militärischer Überlegenheit. 942 verzichtete Ludwig für das Westfrankenreich auf Lothringen. Dieser Verzicht wird teilweise auf die Vermittlung Gerbergas zurückgeführt, die dabei im Sinne der ottonischen Machtpolitik gehandelt habe.

      Falls Gerberga ihren Ehemann Ludwig allerdings beeinflusste, dann eher in dessen eigenem Interesse: Ludwig IV. hatte innenpolitisch Schwierigkeiten, überhaupt gegen Hugo von Franzien eine Machtbasis zu erhalten, seine Gegner Hugo und Otto hatten sich zudem verbündet. Durch den Friedensschluss löste Ludwig Otto aus diesem Bündnis, so dass er sich auf seinen innenpolitischen Gegner und Schwager Hugo konzentrieren konnte.

      945 geriet Ludwig bei Rouen in die Gefangenschaft von Normannen, die ihn später an Hugo auslieferten. Für die Freilassung forderte Hugo den Thronfolger Lothar als Geisel und politische Zugeständnisse, insbesondere die Herausgabe der sehr wichtigen Stadt Laon.

      Durch die Gefangenschaft ihres Mannes war Gerberga in Vertretung Lothars Regentin, und es gelang ihr, Ludwig frei zu bekommen, ohne Hugos Forderungen komplett zu erfüllen: Statt Lothar stellte sie dessen jüngeren Bruder Karl als Geisel. Allerdings musste sie Laon einem Vasallen Hugos übergeben. Anschließend überzeugte Gerberga Ludwig zu einer völligen politischen Kehrtwendung:

      Sie bat ihren Bruder Otto um Unterstützung für das weitgehende entmachtete westfränkische Königtum. Die

      Bündnissituation kehrte sich um, zwischen Ludwig und Otto entwickelte sich ein enges Bündnis, das über Jahre anhielt. Zwischen 946 und 950 trafen sich die beiden Könige fünfmal, zu Ostern 949 war Gerberga Gast ihres Bruders in Aachen, wo dieser sein Hilfeversprechen erneuerte. Der Druck, den das von Gerberga vermittelte Bündnis auf Hugo von Franzien ausübte, ermöglichte Gerberga 953 schließlich, einen Friedensschluss zwischen ihrem Mann Ludwig und ihrem Schwager Hugo zu vermitteln.

    Die Witwenzeit
    954 fiel Ludwig IV. vom Pferd und verstarb an den Folgen der Verletzung. Gerberga war zum zweiten Mal Witwe und Regentin des Westfrankenreiches, da ihr Sohn Lothar mit 13 Jahren noch nicht regierungsfähig war. Zudem musste Lothar durch den Adel zum König gewählt werden. Gerberga gelang es, dieses zu erreichen, indem sie Hugo von Franzien, den größten Rivalen ihres Mannes, aber auch ihren Schwager, um Unterstützung bat. Gerbergas Entscheidung, nicht ihren Bruder Otto, sondern Hugo um Hilfe zu bitten, war politisch weitblickend. Ein Einfluss Ottos bei der Wahl Lothars hätte das westfränkische Königtum völlig vom ostfränkischen abhängig gemacht. Mit der Bitte an Hugo machte sie zwar das Königtum ihres Sohnes von diesem abhängig und gestand ihre politisch schwache Position ein. Hugo, der in dieser Situation selbst nach dem Königtum hätte greifen können, unterstützte dennoch Gerbergas Sohn Lothar, der König von Frankreich wurde, während Hugo bis zu seinem Tod 956 der mächtigste Mann im Westfrankenreich blieb.

    Hugos Tod brachte das Westfrankenreich in die Situation, dass Gerberga und ihre Schwester Hadwig an der Spitze der beiden mächtigsten Familien standen, jeweils in Vertretung für ihre Söhne. Gerberga arbeitete in dieser Phase eng mit ihrer liudolfingischen Verwandtschaft zusammen, die Macht im Westfrankenreich wurde von ihr, Hadwig und ihrem jüngeren Bruder Brun, der auf sich die Ämter des Erzbischofs von Köln und des Herzogs von Lothringen vereinte und Otto I. in vielen Angelegenheiten als Kanzlervertrat, ausgeübt. Durch die Anlehnung an ihre Familie sicherte Gerberga den status quo im Westfrankenreich, bis ihr Sohn Lothar selbst die Regierung führen konnte.

    Auch wenn Gerberga ab 959 als Äbtissin von Notre-Dame in Soissons eine traditionelle Position für eine Witwe übernahm, blieb sie politisch aktiv, 961 kümmerte sie sich um die Nachfolge des Erzbischofs von Reims. 965 nahm sie an dem Kölner Hoftag ihres Bruders Otto I. teil, auf dem ihr Sohn Lothar ein Ehebündnis mit Ottos Stieftochter Emma einging.

    Gerberga starb am 5. Mai, vermutlich im Jahr 969 und wurde in der Abtei Saint Rémy in Reims begraben. [de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=89452819, 14.6.2011]

3. HEINRICH II der Zänker (Ottonen)-3292 wurde 973 geboren. Er starb am 13. Juli 1024.

4. HADWIG (Ottonen)-3293 wurde 922 geboren. Sie starb 958. Sie heiratete 9. Mai/14. September 937 Hugo Capet, 936 dux Francorum, Regent von Frankreich, † 16. Juni 956 auf der Burg Dourdan, begraben in der Basilika Saint-Denis (Kapetinger)

5. BRUN (Ottonen)-3294 wurde 5.925 geboren. Er starb am 11. Oktober 965 in Reims. 940–953 königlicher Kanzler, 948– 950 Abt von Lorsch, 951–965 Erzkaplan, 953–965 Erzbischof von Köln, 954 Erzherzog (archidux) in Lothringen, gründet St. Pantaleon (Köln), dort auch bestattet[de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=89902997, 18.7.2011]
 

 

V. Kaiser Otto I (Der Große)
 

3286Nn


OTTO I der Große (Ottonen)-3286 wurde am 23. November 912 geboren. Er starb am 07. September 973 in Memleben. 

930 Mitkönig, 7. August 936 deutscher König, Rom 2. Februar 962 Kaiser, begraben im Magdeburger Dom.

Ottos Heer war es, das die Ungarn endgültig besiegte und der Bedrohung aus dem Südosten ein Ende bereitete, als er sie in der Schlacht auf dem Lechfeld 955 vernichtend schlug. Um die Stabilisierung des Reiches zu vollenden, ließ Otto sich von Papst Johannes XII. im Jahre 962 zum Kaiser krönen. Gleichzeitig erneuerte er das römische Kaisertum von Karl dem Großen, bestätigte die Pippinische Schenkung, und verheiratete seinen Sohn und Thronfolger Otto mit Theophanu, einer byzantinischen Prinzessin. [Mehr zu Otto I. bei Wikipedia]

Ehen und Nachkommen

Otto hatte mit einer vornehmen Slwain ein uneheliches Kind mit Namen Wilhelm (929 geboren, 2.3.968 gestorben, Elekt und Erzbischof von Mainz, begraben in St. Alban vor Mainz)
 

1. Ehe

Otto I heiratete in erster Ehe WESSEX VON Edgitha (Editha).-3820 Tochter von WESSEX VON Eduard I. König-3315 und ELFLEDA-3316 im September 929. Edgitha wurde 910 geboren. Sie starb am 26. Januar 946.

Sie hatten die folgenden Kinder:

    1. SCHWABEN VON Liudolf Herzog.-3822 wurde 930 geboren. Er starb am 06. September 957.

    Liudolf, * 930, † 6. September 957 in Pombia, Graf, 950–954 Herzog von Schwaben, abgesetzt;

      ∞ Ende 947/Anfang 948 Ida von Schwaben, † 17. Mai 968, Tochter des Hermann I., Herzogs von Schwaben und der Regelinda (Konradiner). Kinder:

        1. Mathilde, * 949, † 6. November 1011, um 971 Äbtissin von Essen, begraben in der Essener Münsterkirche
        2. Otto I. von Schwaben, * 954, † 31. Oktober 982 in Lucca, Herzog von Schwaben 973–982, Herzog von Bayern 976–982, begraben in Sankt Peter und Alexander in Aschaffenburg
        3. (sehr fraglich) Richlint, ∞ Konrad (von Öhningen), Herzog von Schwaben, † 20. August 997, Konradiner

    2. LIUTGARD (Ottonen-Liudolfinger)-3823 wurde 931 geboren. Sie starb am 18. November 953. 

    Litugard heiratete KONRAD DER ROTE (Salier)-3819 Sohn von WERNER V. (Salier)-3828 und SCHWABEN VON Hicha-3829. Konrad starb am 10. August 955 in Lechfeld (gefallen in der Schlacht). Er wurde in Worms (Dom) bestattet.
    941 Graf im Nahegau, Speyergau, Wormsgau und Niddagau, 942/945 Graf in Franken, 944 adolescens, 945–954 Herzog von Lothringen, abgesetzt, begraben im Dom zu Worms;

    Liutgard und Konrad der Rote hatten die folgenden Kinder:

 

2. Ehe

Otto I. heiratete in zweiter Ehe heiratete BURGUND VON Adelheid.-3821 am 10. November 951 in Pavia. Adelheid. starb am 12. Dezember 999 in Elsass (Kloster Seltz).
Tochter des Rudolf II., König von Burgund, Witwe von Lothar II., 931 Mitkönig von Italien. begraben im Kloster Seltz

Otto I. und Adelheid. hatten die folgenden Kinder:

HEINRICH (Ottonen)-3824 wurde 952/953 geboren. Er starb am 07. April 954.

BRUN (Ottonen)-3825 wurde 953/954 geboren. (Ottonen) starb am 08. September 957.

MATHILDE (Ottonen)-3827 wurde 955 geboren. Sie starb am 07. Februar 999. Sie wurde in Quedlinburg (Stiftskirche) bestattet.
966–999 Äbtissin von Quedlinburg,

OTTO II Kaiser (Ottonen)-3826 wurde 955 geboren. Er starb am 07. September 983 in Rom (Petersdom). Er wurde in Rom (Petersdom) bestattet. Siehe unten

 

VI. Kaiser Otto II und Kaiserin Theophanu
 

3826Nn

OTTO II Kaiser (Ottonen)-3826 wurde 955 geboren. Er starb am 07. September 983 in Rom (Petersdom). Er wurde in Rom (Petersdom) bestattet.
Aachen 26. Mai 961 Mitkönig, 25. Dezember 967 Mitkaiser, deutscher König 973, begraben im Petersdom (San Pietro) in Rom

Otto II heiratete THEOPHANU-3864 KAISERIN am 14. April 972 in . THEOPHANU starb am 15. Juni 991 in Nimwegen.
Verwandte (neptis) des basileus Johannes Tzimiskes, 984–991 Regentin des Reiches, Laienäbtissin von Nivelles, begraben in St. Pantaleon (Köln)

    Theophanu Nichte des oströmischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes, wurde die Frau Kaiser Ottos II. und Mitkaiserin des römisch-deutschen Reiches für elf Jahre und Kaiserin für sieben Jahre. Sie war eine der einflussreichsten Herrscherinnen des Mittelalters und steht in der Herrscherfolge des Kaiserreichs zwischen Otto II. und Otto III...

    Weder Geburtsort und -tag noch die Eltern der Theophanu sind schriftlich überliefert; insbesondere enthält die Hochzeitsurkunde entgegen den Gepflogenheiten der Zeit keine Angaben zu den Eltern der Braut, die lediglich als Nichte des oströmischen Kaisers Johannes I.Tzimiskes bezeichnet wird. Sie war die Tochter des patrikios Konstantin Skleros (geb. um 920; + nach 989), der ein Schwager des Kaisers Johannes Tzimiskes (969-976) war, da seine Schwester Maria dessen erste Gattin war. Theophanus Mutter, die Prinzessin Sophia Phokaina, war die Tochter des Generals und kuropalates Leo Phokas, Bruders des Kaisers Nikephoros II.. Kaiser Johannes Tzimiskes (geb. 925, gest. 976) stammte aus dem armenischen Fürstenhaus der Kurkuas (armenisch Gurgen).

    Otto der Große hatte zwei Gesandtschaften vergeblich mit dem Ziel nach Konstantinopel entsandt, eine byzantinische Prinzessin als Gemahlin für seinen Sohn zu gewinnen; erst die dritte Gesandtschaft unter Führung des K.lner Erzbischofs Gero hatte Erfolg, brachte aber statt der von den Ottonen gewünschten Anna (* 963, Tochter des verstorbenen Kaisers Romanos II.) Theophanu nach Italien, die Nichte des amtierenden Kaisers Tzimiskes...

    So wurde Theophanu am 14. April 972 in Rom mit Otto II. vermählt. Der Hochzeitsurkunde der Theophanu ist zu entnehmen, dass sie bei ihrer Heirat in Rom von Papst Johannes XIII. zur Kaiserin gekrönt wurde. In den Urkunden Ottos II. wird Theophanu oft erwähnt (etwa in einem Viertel aller Urkunden), was ihr bevorzugtes und einflussreiches Interesse an den Angelegenheiten des Reiches bezeugt. Sie war zu ihrer Zeit sicherlich die reichste Frau des Kaiserreichs.

    Nachdem Otto II. am 7. Dezember 983 überraschend an einer wohl falsch behandelten Malaria- Erkrankung gestorben war, rief Willigis, der Erzbischof von Mainz, Theophanu und Adelheid, die Mutter Ottos II., aus Italien nach Deutschland. Auf dem Reichstag in Rara (Rohr bei Meiningen) übergab 984 Heinrich von Bayern, als nächster männlicher Verwandter der herrschenden Dynastie, der deshalb wohl Ansprüche auf die Vormundschaft und Regentschaft erhob, den schon zum König gekrönten, aber unmündigen dreijährigen Otto III. an Theophanu. Im Mai 985 wurde Theophanu in Frankfurt am Main endgültig die Herrschaft zugesprochen, es bahnte sich die Erblichkeit der Krone im Reich an..

    Mit den zur gleichen Zeit in Konstantinopel regierenden Kaisern Basileios II. und Konstantinos VIII. war Theophanu nicht blutsverwandt (entsprechende Behauptungen in der älteren Literatur entbehren jeder sachlichen Grundlage). Theophanu war bis zu ihrem Tod 991, auf dem Höhepunkt ihrer Macht, Regentin des ostfränkisch-deutschen Reiches.

    Sie festigte mit ihrer Schwiegermutter Adelheid die Reichsherrschaft insbesondere in Lothringen und Italien, aber auch an der slawischen Ostgrenze (986 erschienen nach mehreren Feldzügen der Kaiserin die Slawenfürsten Bö€hmens und Polens in Frieden zum Hoftag zu Quedlinburg). Durch ihre kluge Machtpolitik gelang es ihr, ihrem Sohn Otto III. den Kaiserthron zu sichern.

    Theophanu ließ offizielle Dokumente..ausstellen und durchbrach damit die politischen Wirkungsmöglichkeiten der Kaiserinnen des Heiligen Römischen Reiches des 10. und 11.Jahrhunderts. In der Ravennater Urkunde vom 1. April 990 signierte sie in byzantinischer Tradition als Kaiser eindrucksvoll als „Theophanius gratia divina imperator augustus“ (deutsch:„Theophanius, durch göttliche Gnade erhabener Kaiser“). Die Jahre in der Urkunde wurden nach ihr gezählt, wie bei einem männlichen Kaiser. Das Startdatum war dabei 972.

    Kaiserin Theophanu starb nach kurzer Krankheit am 15. Juni 991 in Nimwegen und wurde auf ihrem Witwensitz in Köln in der Abteikirche St. Pantaleon bestattet. Nach dem Tode Theophanus konnte ihre Schwiegermutter, Kaiserin Adelheid, ohne Schwierigkeiten die Regentschaft für den Enkel Otto III. bis Ende 994 weiterführen.

    Gerade in der Zeit um 1000 orientierte sich die Kunst im Reich an byzantinischen Vorbildern der Buchmalerei und Goldschmiedekunst; Theophanu brachte aus Konstantinopel ein Gefolge an Künstlern, Architekten und Kunsthandwerkern mit, durch die sich u.a. der  Einfluss der byzantinischen Künste im Reich verbreitete. Weiterhin lässt sich die Verbreitung des Nikolausbrauchtums auf Theophanu zurückführen.

    Theophanu wurde auf eigenen Wunsch im Westwerk von St. Pantaleon in Köln beigesetzt (einer ihrer Lieblingsheiligen war der heilige Pantaleon). Ihre letzte Ruhestätte fand sie (nach mehreren Umbettungen) in dem von Sepp Hürten neu gestalteten Sarkophag aus weißem Naxos-Marmor, in den am 28. Dezember 1962 einBleibehälter mit den wenigen sterblichen Überresten der Kaiserin eingebettet wurde.... [Quelle:e.wikipedia.org/w/index.php?oldid=98372107]]
     

Otto II. und THEOPHANU hatten die folgenden Kinder:

1. ADELHEID Äbtissin-3865 wurde 977 geboren. Sie starb 1045.
Äbtissin in Quedlinburg 999 und in Gandersheim ab 1039

2. SOPHIA Äbtissin-3866 wurde 10.975 geboren. Sie starb 01.1039.
989 Canonica, 1001 Electa und 1002 Äbtissin vonGandersheim, um 1012 auch Äbtissin von Essen

3. MATHILDE-3867 wurde 978 geboren. Sie starb am 04. Dezember 1025. siehe unten

4. NN Tochter-3869 wurde 990 geboren.
Tochter, † 990 vor dem 8. Oktober

5. OTTO III. Kaiser-3868 wurde 07.980 geboren. Er starb am 24. Januar 1002 in Castel Paterno. Er wurde in Aachen (Münster) bestattet.
Aachen 25. Dezember 983 Mitkönig (der Tod seines Vaters in Rom 18 Tage zuvor war in Aachen noch nicht bekannt), September 994 erwachsen, Rom 21. Mai 996 Kaiser, begraben im Münster zu Aachen;


 

VII. Mathilde
 

MATHILDE-3867 wurde 978 geboren. Sie starb am 04. Dezember 1025 in Echtz. Sie wurde in Brauweiler (Abtei) bestattet.

MATHILDE heiratete EHRENFRIED (EZZO) Rheinischer Pfalzgraf (Ezzonen)-3473 Ehrenfried wurde 955 in Lothringen geboren. Er starb am 21. Mai 1034 in Saalfeld

Mathilde wurde bereits kurz nach ihrer Geburt in das damals sehr bedeutende Stift Essen, dem ihre etwa 30 Jahre ältere Cousine Mathilde als Äbtissin vorstand, zur Erziehung übergeben. Vermutlich glaubte man, für sie keinen ebenbürtigen Ehepartner hoher Abstammung zu finden und wollte ihr die Nachfolge als Äbtissin des Stifts ermöglichen. Auch Mathildes ältere Schwestern Adelheid und Sophia wurden in Quedlinburg beziehungsweise Gandersheim erzogen und dort später Äbtissinnen. Auch Mathildes Erzieherin, die Essener Äbtissin Mathilde, war in dem Frauenstift erzogen worden, dem sie als Äbtissin vorstand.

Rätselhaft erscheint daher, dass die Kaisertochter Mathilde einen völlig anderen Lebensweg nahm und als Mitglied der ersten Familie des Reichs einen scheinbar niederrangigen Adeligen heiratete, den Pfalzgrafen Ezzo von Lothringen.

Nach Angabe des Geschichtsschreibers Thietmar von Merseburg erregte diese Heirat das Missfallen vieler, Mathildes Bruder Otto III. habe der Familie durch umfangreiche Schenkungen erst den angemessenen Lebensstandard sicherstellen müssen. Das Jahr der Hochzeit ist nicht genau feststellbar, diskutiert werden 991 und 993.

Über die Gründe der unstandesgemäßen Hochzeit wird noch mehr gerätselt. Die Annalen des Klosters Brauweiler, der von Mathildes Gemahl und ihr gegründeten Familienstiftung der Ezzonen, berichten die Anekdote, der junge Otto III. habe Ezzo die Erfüllung eines Wunsches versprochen, wenn dieser ihn im Schach schlage, worauf Ezzo den Wunsch geäußert habe, Mathilde heiraten zu dürfen. Die Kaiserin Theophanu habe der Heirat zugestimmt, da die Umstehenden am Hofe in dem Sieg ein Gottesurteil erblickt hätten. Ezzo habe dann Mathilde aus dem Essener Stift geholt, dessen Äbtissin Mathilde sich vergeblich geweigert habe, das Mädchen herauszugeben. Spätere romantische Ausschmückungen behaupten sogar, Ezzo habe sich zuvor heimlich in die junge Mathilde verliebt oder habe sie gar mit Waffengewalt aus dem Kloster geholt, was erst nachträglich durch das Schachspiel legalisiertworden sei.

Die Geschichte über das gewonnene Schachspiel ist mit Sicherheit erfunden, zutreffen werden lediglich der Umstand, dass Theophanu der Hochzeit zustimmte, und die Abneigung der Essener Äbtissin, Mathilde verheiratet zu sehen, da das Stift Essen mit ihr die designierte Nachfolgerin aus dem Kaiserhaus verlor. Ohne die Zustimmung Theophanus wäre die Heirat mit Sicherheit nicht geschehen, es ist sogar anzunehmen, dass diese Heirat ein Mittel ihrer Politik zur Sicherung der Macht Ottos III. war.

So niederrangig, wie es erscheint, war Ezzo oder genauer dessen zur Zeit der Eheschließung noch lebender Vater, nicht. Die Familie verfügte über umfangreiche Besitzungen am Niederrhein und an der unteren Mosel, möglicherweise war sie bereits zu den Zeiten der Karolinger Reichsadel gewesen. Ezzos Mutter stammte aus dem Geschlecht der schwäbischen Herzogsfamilie. An Reichtum und Gefolgsleuten stand Ezzos Familie einem Herzog gleich, und ihre Gebiete lagen zudem an der westlichen Grenze des Reiches. Durch die Eheschließung Mathildes mit Ezzo band Theophanu diese mächtige Familie an ihre Politik und an das Geschlecht der Ottonen.

Auch wenn die schönen Geschichten von der durch das Schachspiel legalisierten Liebesheirat erfunden sind, war die Ehe zwischen Mathilde und dem zwanzig Jahre älteren Ezzo wohl glücklich. In jedem Fall war sie mit zehn Kindern ausgesprochen fruchtbar:

    Ludolf von Brauweiler und Waldenburg (+ 1031)
    Otto (+1047), Pfalzgraf von Lothringen 1035-1045 und Herzog von Schwaben zwischen 1045 und 1047.
    Hermann II. (+ 1056), Erzbischof von Köln (1035-1056).
    Richeza (um 994 - + 1063) - 1013 verheiratet mit Mieszko II. Lambert, König von Polen (+ 1034).
    Theophanu, Äbtissin von Essen und Stift Gerresheim.
    Sophia/Sophie (+vor 1031)
    Mathilde, Äbtissin von Dietkirchen und Vilich.
    Adelheid, Stiftsdame, möglicherweise Äbtissin in Nijvel (Nivelles).
    Ida, Äbtissin von Maria im Capitol in Köln und von Gandersheim.
    Heylwig/Heilwig, Äbtissin von Neuss, Dietkirchen und Villich.

     

Ehrenfried und MATHILDE hatten neben neun anderen Kindern die Tochter:

RICHEZA-3472

RICHEZA heiratete POLEN VON Mieszko II Lambert Herzog von Polen-3471 Sohn von POLEN VON Boleslaw I. der Tapfere-3474 und EMNILDA-3475 . Mieszko wurde 990 geboren. Er starb am 10. Mai 1034.

Richeza (teilweise auch Rixa; * um 995; +21. März 1063 in Saalfeld) war ab 1025 als Ehefrau Mieszkos II. Königin von Polen, lebte aber nach dem Tode ihres Mannes ab 1036 auf Gütern ihrer väterlichen Familie, der Ezzonen, im Heiligen Römischen Reich. Durch ihre Hochzeit mit Mieszko II. gewann das junge polnische Königtum Anschluss an die Tradition der älteren fränkischen Königreiche. Über ihre Nachkommen wurde Richeza zur Stammmutter der osteuropäischen Dynastien der Piasten, Rurikiden und der Arpaden. Richeza, von der kein zeitgenössisches Bild existiert, betätigte sich nach ihrer Rückkehr aus Polen als fromme Stifterin, sodass sie bis heute als Selige verehrt wird.[Quelle: de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=97785416]

Zu den Kindern und ihren weiteren Verbindungen vgl Kapitel 5.8.4. Polen-Piasten-Linie
 

3867Nn

%