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2007 ff.
 

Johann Heinrich Hasenkamp

HASENKAMP Johann Heinrich-1317 als Sohn von Johann Gerdt Hasenkamp- 1159 und Ernken Christine Enken-1160 wurde am 19. September 1750 in Wechte bei Lengerich geboren und starb am 17. Juni 1814 in Dahle im Sauerland (südlich von Iserlohn, östlich von Altena). Er blieb unverheiratet.

 Johann Heinrich Hasenkamp, geb. am 19. Sept. 1750 zu Wechte, gest. am 17. Juni 1814 als reformirter Prediger zu Dahle bei Altena in der Grafschaft Mark, jüngster Bruder von Johann Gerh.ard Hasenkamp und Friedrich Arnold Hasenkamp, von den drei Brüdern der seelenvollste und gemüthlichste.

Aufgewachsen in einem westfälischen Bauernhaus, erst im 16. Jahre der Viehheerde und dem Spinnrade entnommen, wird er 1773 Candidat der Theologie, 1776 Rector zu Emmerich, dann 35 Jahre lang 1779–1814 einsamer Landpfarrer unter Scheerenschleifern und Drathziehern, dennoch „durch Gottes Gnade ein herrlicher Mensch“, ein Seelenhirt von seltener Treue und  Klugheit bei körperlicher Schwächlichkeit und in äußerlich unscheinbarer, fast düsterer Gestalt.

Erst nach seinem Tode wurde eine Sammlung seiner christlichen Schriften von seinem Neffen [Christoph Hermann Hasenkamp-1319] herausgegeben, Münster 1816 und 1819 – in 2 Bändchen, von denen das erste, Briefe an christliche Freunde und Freundinnen enthaltend, in drei Auflagen erschienen (3. Aufl. Bremen und Leipzig 1822. 8.), das zweite, Homilien und Fragmente enthaltend, nur in dem engeren Kreise der Collenbusch-Menkenschen Richtung verbreitet ist. Literatur s. bei Johann Gerhard Hasenkamp.[Quelle: Artikel „Hasenkamp, Johannes Heinrich“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), ab Seite 739, Digitale Volltext- Ausgabe in Wikisource, de.wikisource.org (Version vom 27. September 2009, 09:30 Uhr]


Auch über den jüngsten Bruder, Johann Heinrich Hasenkamp-1317 sind Familienerinnerungen durch die Hasenkamp Chronik überliefert. Sie bestehen aus eigenen Einschätzungen des (unbekannten) Autors und diesem zur Verfügung stehenden Zitaten. Ein hochinteressanter Spiegel der Zeit.


Seine Bedeutung

„Der dritte und jüngste unter den Brüdern Hasenkamp, Johann Heinrioh Hasenkamp, muß von uns mit besonderer Ehrfurcht angeschaut werden. Schon sein Bildnis flößt sie ein. Ich freue mich immer wieder, daß es uns erhalten blieb, während die Familie kein Porträt seines Bruders Arnold mehr besitzt. Das um 1800 gemalte Pastellbild zeigt Heinrich als etwa fünfzigjährigen Prediger mit hochgeschlossenem, schwarzen Gehrock und weißem Beffchen im Halsausschnitt. Die Züge seines Antlitzes sind derb, westfälischen Bauerntyps, gerade und kräftig die Nase (nicht übergroß und gebogen wie die seines Halbbruders Gerhard), die Backenknochen etwas hervortretend. Willensstärke verrät der festgeschlossene Mund. Von der hohen Stirn glatt zurückgekämmt und bis auf den Nacken herabwallend das grauschwarze Haar. Besonders ausdrucksvoll die großen blauen Augen voll Klarheit, Reinheit und Güte. Ein Antlitz durchleuchtet von Innerlichkeit.

Tief innerliche Frömmigkeit einer in Wort und Werk und Wesen christlich geheiligten Persönlichkeit ist es, was ihn weit über den Durchschnitt evangelischer Pfarrer hinaus gehoben hat und zu einem Seelsorger werden ließ, der nach seinem Tode noch durch seine christlichen Briefe auf viele tief eingewirkt hat.

Heinrich Hasenkamp war kein Schriftsteller und kein Kämpfer wie seine Brüder. In ihrer theologischen Schau lebend und zum Kreise derer um Collenbusch sich haltend, hat er doch bewußt und bescheiden darauf verzichtet, in die theologischen, kirchlichen und literarischen Kämpfe seiner Zeit einzugreifen. Er wollte nichts als Prediger und Seelsorger sein, ein treuer „Hirte im Tal“, wie er sich gern nannte. Die reichen Gaben seines Geistes und Glaubens gab er hin an die 600 armen, einfältigen Bewohner des heute noch ganz abgelegenen Dorfes Dahle im westfälischen Sauerland. Die äußere und innere Vereinsamung, in der er dort 35 Jahre lang gewirkt hat, ist kaum vorstellbar, da er wie sein Bruder Arnold ehelos blieb. Und doch wird man sagen dürfen, dass Heinrich Hasenkamp. in weiterem Ausmaß und längerem Zeitraum auf evangelische Kreise in Nordwestdeutschland eingewirkt hat als selbst sein an geistlicher und theologischer Originalität ihn überragender Halbbruder Gerhard.

Diese von ihm selbst nie erstrebte, nie geahnte Fernwirkung verdankt er der Herausgabe seiner „Christlichen Briefe“, die nach des Oheims Tode sein Neffe Pastor Christoph Hermann Gottfried  Hasenkamp  besorgt hat. Heinrich Hasenkamp „Christliche Schriften“.

Der Neffe Hermann Hasenkamp hat sich um Familie und Kirche ein großes Verdienst dadurch erworben, daß er mit einer solchen ehrfürchtigen, dankbaren Liebe den Nachlaß des einsamen „Hirten im Tal“ gesichtet, die Fragmente hinterlassener Predigten zusammengestellt und vor allem seine im Freundeskreis verstreuten geistvollen Briefe gesammelt hat.

Zunächst gab er von Lotte aus mit einem Vorwort vom 18. März 1876 den Band „Christliche Briefe“  heraus, und zwar in der Aschendorffschen Buchhandlung zu Münster (in der heute Dr.Gottfried Hasenkamp tätig ist). Schon 1877 erschienen sie in zweiter Auflage. Von Lienen aus, wohin Hermann Christoph Hasenkamp inzwischen übergesiedelt war, begleitete er den Neudruck am 20.8.1877 mit dem Bemerken: „Die 1. Auflage der Christlichen Briefe war in einigen Monaten vergriffen. Bei der fortwährenden Nachfrage aus allen Gegenden habe ich sie gern zum zweiten Mal drucken lassen.“ Von Vegesack aus gab er eine dritte Auflage am 24.7.1822 im Verlag W Kaiser zu Bremen heraus. Eine vierte Auflage erschien noch viel später im Verlag W. Langewiesche zu Elberfeld ohne Jahreszahl (ca.1850-1860 ?).

Als zweiten Band der „Christlichen Schriften“ ließ Hermann Christoph Hasenkamp, im Mai 1819 die Predigten bei Aschendorff in Münster erscheinen, unter dem Titels „Christliche Homilien nebst einem Anhange christlicher Fragmente“. Gereifte Christen werden sie mit Gewinn gelesen haben, weite Verbreitung haben sie jedoch nicht gefunden.
 

Schi1derung des Lebensweges und der Persönlichkeit
(in der Vorrede des Neffen zu den Christlichen Briefen)

Der Verfasser dieser christlichen Briefe ist aus dem Kirchspiel Lengerich in der Grafschaft Tecklenburg gebürtig. Johann Heinrich Hasenkamp war daselbst den 19. Septbr.1750 in einer Bauernfamilie geboren, aber mit seinem Bruder Friedrich Arnold Hasenkamp durch seinen viel älteren Halbbruder Johann Gerhard Hasenkamp vom Spinnrade und von den Viehherden weggenommen und zu den pädagogischen und theologischen Wissenschaften angeleitet. Die brave Mutter bedauerte das Weggehen ihrer Söhne aus der ländlichen Arbeit und sagte in ihrer Einfalt „Es ist Jammer um das gute Garn, das die Jungen spannen!“.

Möchte es freilich besser um die Menschheit stehen, wenn mancher, der als Prediger die Kanzel besteigt, hinter dem Rade säße oder die Ochsen mit der Geißel triebe; so enthalten doch diese Schriften den Beweis, daß Johann Heinrich Hasenkamp  in dem höheren Berufe nützlicher gewesen ist, als wenn er die reichlichsten und feinsten Beiträge zur Bekleidung vergänglicher Leiber geliefert hätte.

Im 17. Jahre seines Alters betrat er erst die neue Laufbahn, und durch außerordentlichen Fleiß, dem Gottseligkeit das rechte Gedeihen gab, brachte er es – wie sein Bruder Friedrich Arnold Hasenkamp - innerhalb sechs Jahren von den Anfangsgründen der Gelehrsamkeit an so weit, daß er mit großem Ruhm seiner Kenntnisse in den alten Sprachen und in der Theologie unter die Zahl der Candidaten aufgenommen wurde. Dies geschah im Herbst 1773.

Einige Jahre hatte er dann seine Übungen als Hauslehrer in Duisburg und Holland. Von dort wurde er 1776 zum Rectorat an der lateinischen Schule zu Emmerich berufen. Hier stand er kaum zwei Jahre, als er unter sehr schwierigen Umständen die Predigerstelle an der neu gestifteten Gemeinde zu Dahle annahm. An allen diesen Orten hat er sich ausnehmende Zufriedenheit und Hochachtung bei seinen Vorgesetzten wie bei seinen Untergebenen erworben. Sein am 17. Juni 1814 erfolgter Tod erweckte die tiefste Trauer in seiner Gemeinde, und nach seiner Beordigung versammelte sich eine Menge Menschen an seinem Grabe, die laut weinten, und unter schmerzlichen Ausrufungen seinen Vorlust beklagten.

Er war durch Gottes Gnade in Christo ein herrlicher :Mensch geworden, und ein Hirte von seltener Treue und Klugheit gewesen. - Anhaltende Schwächlichkeit und das einsame Leben in dem durch Gebirge und ungebahnte Wege von der übrigen Welt abgesonderten Dorfe hatten seiner langen hageren Gestalt ein sehr ernstes, fast an Düsternis grenzendes Aussehen gegeben; allein in seinem Innern wohnte eine solche Fülle von Freuden, daß auf den leisesten Laut der Liebe oder der Erinnerung an ein Wort Gottes plötzlich, wie durch dunkle Wolken unerwartet der heiterste Sonnenblick bricht, sein ganzes Angesicht von himmlischem Glanze leuchtete. Nie noch sah ich einen Mann, bei welchem die verborgene Herrlichkeit den äußern Menschen so schnell durchdrang und in allen Zügen, Blicken und Gebärden so kräftig verklärte, als dies bei ihm zu geschehen pflegte. –

Er war in seinem Amte ganz Diener des göttlichen Wortes; denn seine Predigten bestanden nur in Mitteilungen und Auslegungen der Lehren, Ermahnungen, Warnungen und Tröstungen desselben. Sein Vortrag war feierlich und eindringend, doch sein Ton auf der Kanzel mehr zur Natur gewordene Gewohnheit als wahre Natur. So innig die Guten ihn liebten, so sehr fürchteten ihn die Bösen. Mit seinem Ansehen als wohltätiger Stifter der kirchlichen Anstalten seiner Gemeinde, und mit seinem festen, freimütigen, nicht so wohl gesetzlichen als evangelischen Ernste hat er viel Böses verhindert und dem Guten Bahn gemacht.

„Bei seiner starken Abneigung gegen alles phantastische und schwärmerische Wesen nährte er eine lautere und empfindungsreiche Liebe zu Jesu und zu allen Heiligen der Vergangenheit wie der Gegenwart. Ein entschiedener Feind alles Unglaubens und Aberglaubens, fest und unerschütterlich im Haß alles Argen, hing er keiner Sekte an, und eignete er sich gern von Jedem dasjenige zu, was er mit der heiligen Schrift nicht in Widerspruch fand. Durchdrungen von tiefer Ehrfurcht vor den Worten Gottes hatte er einen sehr vorurteilfreien und offenen Blick in die Bibel.“
 

Bedeutsame Erlebnisse, die Heinrich Hasenkamp selbst in seinen Briefen erzählt.

Professor D.Dr. Arnold sagt in seinem Artikel über die Brüder Hasenkamp in der Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche von Heinrich Hasenkamp: „Sein Leben verdiente nach den Briefen dargestellt zu werden.“ Ich würde mich gern dieser Aufgabe unterziehen. Aber es gebricht gegenwärtig an Zeit, Papier und Schreibkraft. Ein solcher Versuch ist schon einmal gemacht worden. Im Jahre 1860 erschien zu Olpe im Verlag von Th.Mietens eine 30 Seiten starke Broschüre: „Lehre und Leben von J.H.Hasenkamp, weiland Pfarrer zu Dahle, zum Besten der Mission im Auszuge dargestellt von einem Mitgliede der Missions-Commission der Diözese Lüdenscheid.

Ich muß mich begnügen, auf diejenigen Briefe der Sammlung hinzuweisen die bedeutsame Erlebnisse schildern.

  • Brief Nr.2 vom 24.6.1778: Probepredigt in Dahle unter freiem Himmel im Mai 1718 und die ersten Eindrücke von Ort und Gemeinde.
  • Brief Nr.3 vom 27.9.1778 Zum Pfarrer in Dahle gewählt. Hasenkamps Beweggründe, dem Rufe zu folgen.
  • Brief Nr.4 vom 26.11.1778: Die Berufung habe ich wirklich angenommen und gehe in Gottes Namen getrost in jenes Tal...Je mehr Menschen ich erfreuen kann, desto glücklicher bin“ ich - das ist der Maßstab meiner Seligkeit. Jetzt gibt mir Gott einen Flecken - vielleicht sind 600 Seelen darin – dafür will ich mich hingeben, und der Herr, dessen ich bin und dem ich dort dienen will, wird mit mir sein.
  • Brief Nr. 5 aus Dahle am 20.3.1780: Den 16.3.1779 kam ich hier an und einige Tage darauf wurde ich unter dem offenen Himmel ordiniert...Nun hatte ich die Gemeinde, aber für sie keine Kirche, für mich kein Wohnhaus...Ich sah kein anderes Mittel als sofort in Holland zu suchen, was uns fehlte ...Kollektenreise nach Holland..Not in Amsterdam...Gebetserhörung...Die Gaben fließen...Ich erhielt so viel Geld, daß der Bau den ganzen Sommer(1779) unausgesetzt währen konnte...Jetzt (20.3.1780) steht die Kirche da und auch die Pfarrwohnung.
  • Brief Nr. 20: Nächtliche Reiseerlebnisse in Hamm und Iserlohn (ca. 1780)...Abschrift einos Vademecums, das Gerhard Hasenkamp seinem Bruder in 5 Ratschlägen für die Lebenswallfahrt gegeben habe.
  • Brief Nr. 21: Seelennöte. Gotteshilfe bei einer plötzlich ihm aufgedrängten Predigt zu Leer in Ostfriesland im Sommer 1781.
  • Brief Nr 23: von 3 Erholungswochen in Barmen.
  • Brief Nr.35 an seinen „Vetter“ (der „Vetter“ ist in den Briefadressen ist, wie der 73. Brief beweist, in Wirklichkeit sein Neffe Christoph Gottfried Hp.) Packender Bericht über Kollektenreisen nach Holland, Hamburg, Bremen...Besuch zahlreicher Städte von Ostfriesland bis Dresden ... Furchtbarer Seesturm und Todesgefahr auf der Fahrt im Segler von Travemünde nach Kopenhagen in der Nacht des 24. Mai 1781.
  • Brief 37 auch an den „Vetter“: Fortsetzung der Reiseerlebnisse, besonders in Berlin, Besuche bei Oberkonsistorialrat Tel1er, Hofprediger Sack, Prediger Spalding, Großkanzler von Carmer, Minister Graf von Schulenburg ; besonders bei dem Irrenhausinspektor Pastor Reiffer, dem schon Gerhard Hasenkamp so viel verdankte. Wiederholt Anblick des Königs Friedrich des Großen;.
  • Brief 38 an den „Vetter“: Weitere Reiseerlebnisse. In Leipzig  mächtiger Eindruck des Predigers Zollikofer, Waisenhaus Franckesche Stiftungen in Halle, bei Basedow und Salzmann in Dessau, Gespräch in Nimwegen und Dordrecht.
  • Brief 52: Ablehnung der Bestrebungen seiner Freunde, ihm einen größeren städtischen Wirkungskreis zu verschaffen.
  • Brief 56-58: Pastorale Erlebnisse des „Hirten“ im „Tal“.
  • Brief 70: Brunnenkur und geistiger Austausch mit Dr.med.Samuel Collenbusch in Schwelm
  • Brief 73: Pastorale Ratschläge an den Neffen C .H.G.Hasenkamp, als dieser 1800 seine 1. Pfarrstelle in Lotte bekam.
  • Brief 80: Erweckungsbewegung in Dahle nach Ausbruch des Krieges (wohl 1813).
  • Brief 83 (wohl aus Februar 1814): von körperlichen Leiden und G1aubenszuversicht im letzten Lebenshalbjahr.


Ein Gebet vom 9. Oktober 1804
(Christliche Schriften, Schlusswort)

Heute, den 9. Oktober, sind es schon 30 Jahre, da meine Mutter starb, und 16 Jahre vorher starb mein Vater. Ich bin zwar in beiden Welten etabliert; aber ich habe jetzt mehr wie sonst eine Sehnsucht, meinen Eltern und allen Menschen, mit welchen Gott mich hier in der Welt in nähere Verbindung gebracht hat, und durch welche er mich oft erfreut und auf mancherlei Weise gesegnet hat, in jener Welt zur Freude und zum Segen zu sein. Dies ist mein Wunsch und auch öfters meine Bitte zu Gott. 0 Gott, gewähre mir diese Bitte zu deinem Preise und zu meiner Freude in deiner Liebe um Jesus Christus wilIen, durch welchen du in alle  Ewigkeiten hin unaufhörlich Segen und Freude über alle deine Menschenkinder bringen und sie alle durch das vollkommene Band der Liebe miteinander vorbinden willst.
 

Gottfried Menkens innige Liebe zu Johann Heinrich Hasenkamp

Als Gottfried Menken im Juli 1794 von Uedem nach Frankfurt (Main) übersiedelte, erfuhr Johann Heinrich Hasenkamp seine Durchreise in Duisburg und machte sich eilend zur Post auf. Hasenkamp und Menkens treuster Freund, Schlegtendal geleiteten ihn bis Düsseldorf. Dort nahm er von Schlegtendal Abschied.

Von Frankfurt aus sandte er ihm einen Reiseberioht, in dem es heißt (Gildemeister, Menkens Leben, Bd.I, 3.105): Von Düsseldorf fuhr ich mit Dr.Col1enbusch, Hoffmann und (Joh.Heinrich) Hasenkamp nach Barmen. Mit den letzteren habe ich dort noch manche schöne Stunde gelebt und manche köstliche Freuden genossen. Wir waren unzertrennlich beieinander...In einem Kreis von Menschen, die Freude an der Wahrheit, an Gott und Gottes Worten, an Christus und allem was sein ist und zu ihm führt, hatten, da war mein lieber „Johannes“ Hasenkamp in seinem Elemente. Wovon sein Herz immerdar voll ist, davon ging sein Mund über. Er gab Altes und Neues aus dem guten Schatz seines Herzens heraus. 0 es ist eine Wonne über alle Wonnen, eine solche Johannisseele von Jesus Christus in der allereinfältigston Sprache reden zu hören und bei jedem Worte fühlen zu müssen. Die Liebe Christi dringet ihn.

Den Abend vor meiner Abreise ging er noch gegen seine Gewohnheit, da er immer um 10 Uhr zu Bette geht, mit mir auf mein Zimmer. Wir saßen da lange ohne Licht und unsere Herzen ergossen sioh in vertrauter Mitteilung. Den andern Morgen früh begleitete er mich nach Elberfeld. Eine stumme, wortlose, innige Umarmung, die doch unaussprechlich laut sagte: unsre Liebe ist ewig, unser Wiedersehn ist gewiß, war unser Letztes. Dann ritt ich mit Hoffmann nach Düsseldorf zurück.“ [Quelle: Hasenkamp Chronik, Durchschlag einer Maschinenschriftlichen Fassung, Siegfried Torhorst, 2008]
 

Hinweise im Lexikon Westfälischer Autoren 1750-1950

Selbständige Veröffentlichungen: postum:
Johann Heinrich Hasenkamp. Christliche Schriften. Aus dessen Nachlaß hg. von C.H.G. Hasenkamp. Bd. 1. Münster: Aschendorff 1816 (ULB Münster); Bd. 2. Hamm 1816; 2. Aufl. 1818 (StLB Dortmund, StB Wuppertal-Elberfeld); auch u.d.T.: Briefe an christliche Freunde und Freundinnen. Bremen, Leipzig 1822; 4. Aufl. Elberfeld: Langewiesche [1816]. VIII, 219S. (UB Bonn, StA Bielefeld) –Christliche Homilien, nebst einem Anhang Christlicher Fragmente. Aus dem Nachl. hg. von C.H.G. Hasenkamp. M€nster: Aschendorff 1819. VI, 312S. (UB Bonn).
Einzelne Briefe: E. Thiemann: Aus Briefen des Dahlener Pfarrers Johann Heinrich Hasenkamp, in: Jb. des Vereins f€r Westf. Kirchengesch. 53/54, 1960/61, S. 110-116.
Selbständige Veröffentlichungen über Hasenkamp: H. Faulenbach: Johann Heinrich Hasenkamp. Ein Lebensbild. o.O. 1977.
Unselbständige Veröffentlichungen über Hasenkamp: F. Große-Dresselhaus: Eine Adventspredigt des Kandidaten Johann Gerhard Heinrich Hasenkamp und ihre Folgen, in: Jb. für Kirchengesch. 32, 1931, S. 115-124.
Erwähnungen in: Sudhof 1973, S. 73, 85, 100f., 119 – G. Hasenkamp: Es kommt Dein Tag. Dichtungen und Schriften. M€nster 1988, S. 187f.
Nachschlagewerke: Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 22,2, 1831 – ADB, Bd. 10, 1879 –Kosch, 3. Aufl., Bd. 7, 1979 – Bauks 1980 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 481, Sp. 341f.h

[Quelle: lwl.org/literaturkommission 27.9.2009]