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Version 1.07.03
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2007 ff.
 

Volckmar

Mit der Familie Volckmar eröffnet sich eine ganz neue Dimension von Vorfahren, die aufgrund von Recherchen im Internet möglich war.

In der im www. unter „familienforschung-pabst.de/pdf/23Volckmar20080325.pdf veröffentlichten Broschüre: „Bernhard Pabst. Die Vorfahren der Catharina Volckmar (Leipzig 1596-1642). Kaufleute und Ratsherren in Leipzig und Magdeburg vom 13.-17. Jahrhundert. 3. erw. und korrig. Aufl. Berlin: Autor 2008 [1. Aufl. Bonn 2002, 2. ebd. 2005] hat Bernhard Pabst sehr ausführlich und offenkundig sehr genau seine eigenen Vorfahren in der Linie über Catharina Volckmar recherchiert. Die Verbindung zur Familie Niedlich, in deren geschichtlichem Rahmen die Familie Volckmar über die Linie Niedlich-Stilcke-Laurentius-von Ryssel-Hermann gehört, erfolgt über die Großmutter von Catharina Volckmar. Mit anderen Worten: Die von Pabst recherchierten Vorfahren sind von Katharina Volckmar, geb.Küffner, an identisch, denn Katharina Volckmar, geb. Küffner ist die Mutter von Clara Volckmar, die durch ihre Heirat mit Leonhard Hermann zur Familie von Ryssel führt..

Zu den Quellen ihrer hier übernommenen Liste schreibt Felicitas Spring: "Ahnen sind entnommen:1. Nachlaß Gero von Wilcke im Verein HEROLD, 2. Al. Dinglinger (dort vor allem Angaben nach Dr. Sydow und von Damm),3. Bernhard Pabst, Die Vorfahren der Catharina Volckmar (Leipzig 1596-1642). Kaufleute und Ratsherren in Leipzig und Magdeburg vom 13. - 17. Jahrhundert. 3. erweiterte und korrigierte Auflage Berlin 2008" [Quelle: F. Spring 01/2011]

Wie alle genealogischen Forscher und Nutzer von Forschungsergebnissen ist auch Pabst auf Überlieferungen angewiesen, die teilweise sehr unsicher sind, hat dies aber jeweils sehr deutlich angemerkt. Ganz abgesehen von der Frage, ob die in genealogischen Linien genannten Väter bzw.Mütter auch tatsächlich die Väter bzw. Mütter der aufgeführten Kinder waren, bleibt immer die Sorge, ob die Urkunden richtig überliefert sind u.a.m..Zudem darf nie vergessen werden, dass je - weiter zurück um so mehr - im wesentlichen nur für die Gemeinschaften wichtige, repräsentative Personen wie z.B. Kirchenleute, Händler, Ratsherren die Lebensdaten überliefert sind. Gerade unter diesen Aspekten scheinen die Betrachtungen von Pabst besonders sorgfältig recherchiert.

Im folgenden werden die Daten von Pabst übernommen und in einer im ZeitLebensZeiten-Projekt gewohnten Form aufbereitet und gegliedert. Der Herausgeber von ZeitLebensZeiten ist sehr dankbar dafür, daß Pabst seinen Bericht ins Internet gestellt und damit öffentlich zugänglich gemacht hat. Dies verpflichtet um so mehr, jeweils immer die Quelle anzugeben. Zitate sind kursiv gesetzt und der Quellenverweis geschieht unter dem Kürzel “Pabst 2008, S.xx”. Damit gibt es auch für Interessenten die Möglichkeit, in der o.a. Veröffentlichung selbst nachzulesen und die ausführlichen Informationen dort zu finden.

 

1800V

I. Heinrich Volckmar

VOLCKMAR Heinrich.-2422 wurde 1400 geboren. Er starb Lobenstein.

Johannes Volckmar, Bürgermeister zu Lobenstein, der 1495 gestorben ist. Dessen Vater und damit unser Spitzenahn Volckmar soll nach Korselt „Heinrich Volkmar [sic] in Lobenstein (Reuss)“ sein231 [Pabst 2008, S. 40]

Heinrich. heiratete VOLCKMAR NN-2830 1425. NN wurde 1405 geboren.

Sie hatten die folgenden Kinder:

VOLCKMAR Johannes.-2421 wurde 1430 geboren. Er starb 1495.

 

II. Johannes Volckmar

VOLCKMAR Johannes.-2421 wurde 1430 in Lobenstein geboren. Er starb 1495 in Lobenstein.

Johannes Volckmar, Bürgermeister zu Lobenstein, der 1495 gestorben ist. [Pabst 2008, S. 40]

Johannes. heiratete VOLCKMAR NN-2829 1455. NN wurde 1435 geboren.

Sie hatten die folgenden Kinder:

VOLCKMAR Nikolaus I..-2408 wurde 1460 geboren. Er starb 1521.

 

III. Nikolaus Volckmar I.

VOLCKMAR Nikolaus I..-2408 wurde 1460 in Lobenstein geboren. Er starb 1521 in Leipzig. Er wurde in Leipzig Nikolaikirche bestattet.

Fischhändler in Leipzig [Pabst, 2008, S. 30] Fisch-, Tran-, Wachs- und Stahlhändler in Leipzig, Bürgerrecht 2.12.1493, besaß Haus "am Brühl", aus Lobenstein, ausführlicher bei Pabst [Quelle: F. Spring 2/2011]

Nikolaus heiratete BRUNSTORFF Magdalena-2416 Tochter von BRUNSTORFF Georg.-2423 und BRUNSTORFF Margaretha-2838 1493. Magdalena wurde 1476 in Leipzig geboren. Sie starb 1527 in Leipzig. 

Nikolaus und Magdalena hatten die folgenden Kinder.

1.VOLCKMAR Nicolaus II.-2406 wurde 1498 geboren. Er starb am 19. September 1561..

2.VOLCKMAR Augustin-2417 wurde 1500 in Leipzig geboren. Er starb am 11. November 1550 in Leipzig.

    Augustin Volckmar: * um 1500, 31.10.1533 Bürger in Leipzig , † 11.11.1550, verheiratet in erster Ehe um 1532 mit Margarethe N.N., in zweiter Ehe um 1542 mit Anna Lüdemann, in dritter um 1548 mit Anna Jordan . Er war Gastwirt „Zum goldenen Kreuz“ am Neumarkt und zudem als Wein- und Metallhändler tätig. Das Metall, wahrscheinlich Zinn und Kupfer, bezog er aus Annaberg, Scharfenberg, Freiberg und Schneeberg, wo er viele Kuxe besaß. In erster Ehe war er mit einer Margarete verheiratet und hatte mit ihr [7] Kinder:..

    Eines der Mädchen war eine Stieftochter, d.h. seine erste Frau Margarete muss bereits einmal verheiratet gewesen sein. In zweiter Ehe war er mit Anna, Tochter des Bürgermeisters Dr. Johann Lindemann († 1516 ) verheiratet und hatte mit [4]Kinder..

    Augustins dritte Ehe mit Anna, der Tochter von Gregor Jordan, blieb kinderlos. Bei seinem Tode hinterließ er seinen zehn eigenen Kindern und der Stieftochter außer den Kuxen die Gastwirtschaft am Neumarkt, die am 17.05.1552 an Dr. Caspar Neefe verkauft wurde, ein Vorwerk am Hallischen Tor, das bis zum Jahre 1536 Simon Leubels Eigentum gewesen war, und Forderungen an Leipziger Bürger und fremde Händler in Höhe von 5000 Thl. [Pabst 2008, S. 38-39]

3. VOLCKMAR Joachim-2418 wurde 1503 in Leipzig geboren. Er starb 1572/1578 in Leipzig.

    Joachim Volckmar (* um 1503, † zwischen 1572 und 1578) handelte mit Rauchleder, das er aus Lübeck bezog, und Hopfen aus Amberg. Sein Geschäft bestand noch während der 1570iger Jahre. Er wohnte in der Katharinenstraße. Seine Frau war eine Katharina Hütter , Kinder sind nicht bekannt222.[Pabst 2008, S. 39]

4. VOLCKMAR Hans-2419 starb nach 1580 in Leipzig.

    Hans Volckmar, ebenfalls Bürger und Kaufmann in Leipzig223, bezog wie sein Bruder Joachim viele Waren aus Lübeck und verkaufte Rauchleder und Tran an Leipziger und fremde Gerber. 1560 befand er sich in Zahlungsschwierigkeiten, aus denen ihn sein Bruder Nicolaus durch Gewährung eines größeren Darlehens befreite...
    Einer seiner Söhne, Hans Volckmar d.J., lebte noch um 1580 als Federmacher in Leipzig

5. VOLCKMAR Joseph-2420 wurde 1507 in Leipzig geboren.

  • Joseph Volckmar (* um 1507), am 03.08.1534 Bürger in Leipzig Bürger in Leipzig, handelte u.a. mit Fisch, Tran, Rauchwaren und Rauchleder. Insbesondere in den 1530iger und 1540iger Jahren scheinen seine Geschäfte gut gelaufen zu sein. Er war Lieferant vieler Leipziger Weiss- und Rotgerber, Beutler, Kürschner und Seiler sowie fremder Handwerker und Händler. Zu seiner Familie ist nichts bekannt. [Pabst 2008, S. 40]

 

2422N

 

IV. Nikolaus Volckmar II.

VOLCKMAR Nicolaus II.-2406 wurde 1498 in Leipzig geboren. Er starb am 19. September 1561 in Leipzig.

Nicolaus Volckmar lebte also zu den lebhaften Zeiten der Reformation in einer der wichtigsten Städte Deutschlands. Seine Geschichte ist nahezu prototypisch für Bürger und Handesleute in jener Zeit, wenn man einmal davon absieht, dass er offenbar besonders reich und daher wohl auch als Bürgermeister eine besonders herausgehobene Funktion hatte. Bernhard Pabsts Recherchen waren, wie im folgenden Text sehen kann, besonders erfolgreich:

Nicolaus Volckmar [II.], Assessor des Schöppenstuhls, Handelsmann, Fischhändler und Bürgermeister zu Leipzig.

Er wurde 1498 in Leipzig geboren und starb dort am 19.09.1561. Am 31.12.1528, mit 30 Jahren, erwarb er das Bürgerrecht. Am 24.05.1539 leistete er den Bürgereid ein zweites Mal, weil er „propter lutheranismus et urbe partitus“, also wegen evangelischem Glauben und dem Verlassen der Stadt, das Bürgerrecht verloren hatte. 1551 wurde er in den Rat gewählt, 1559 zum Bürgermeister.

Bereits 1525 erbte er das Haus Nr. 393 in der Catharinenstraße aus dem Nachlaß seines Vaters. 1529 wird er zusammen mit seiner Mutter im Türkensteuerregister als Besitzer des Hauses genannt. Die Mutter versteuert 595 ß [Schoß]. Im Jahr 1546 kaufte Nicolaus [II.] das Haus Nr. 479 am Brühl, einer zentralen Leipziger Straße, die durch ihre vielen Handelshäuser berühmt war, von Martin Kusahn. Fünf Jahre später, 1551, veräußerte er es für 700 fl. [Gulden] an Wolff Weidlich weiter, anscheinend da er im Jahr davor, 1550, für 2200 fl. das Haus Nr. 476 am Brühl von Anna, Heinrich Heintzens Witwe, gekauft hatte. 1560 verkaufte er das ererbte Haus in der Catharinenstraße.

Schließlich kaufte er noch das Erbbegräbnis Nr. 107 auf dem alten Johannisfriedhof. Zwischendurch besaß er dort die Wandstelle Nr. 45. Beerdigt wurde Nicolaus Volckmar [II.]unter dem Schwibbogen Nr. 179.

Das Fischgeschäft übernahm er von seinem gleichnamigen Vater Nicolaus Volckmar [I.]. Vermutlich war Nicolaus Volckmar einer der reichsten Leipziger Kaufleute seiner Zeit, der größere Niederlagen in anderen Städten besaß. Dafür spricht, dass er wie erwähnt 1559 zum Bürgermeister gewählt wurde. Auch die von ihm 1556 begründete „immerwährende“ Familienstiftung von 1885 (oder 1650?) Rheinischen Gulden ist ein diesbzgl. Indiz. Die Stiftung wurde, da sich seit 1746 auch auf öffentlichen Aufruf Verwandte nicht mehr gemeldet hatten, mittels eines am 15.10.1832 veröffentlichten „Edictalerkenntnisses“ des Leipziger Schöppenstuhles mit Kapital und Zinsen dem Leipziger Stadtvermögen zugesprochen.

Verheiratet war er seit ca. 1530 mit „Jungfrau Margarethe, Herrn Jacob Gerickes, Bürgermeister zu Magdeburg Tochter“, die am 12.11.1567 starb. [Pabst 2008, S. 30-31]

Nicolaus Volckmar [II.] (1498-1561), Catharinas Urgroßvater, wird u.a als „Assessor des Schöppenstuhls zu Leipzig“ bezeichnet. Über die Aufgaben der Schöffen entnehmen wir dem Bericht von 1587, der also etwa eine Generation später, zu Zeiten ihres Großvaters verfasst wurde:

„Die vierte Stuben [im Rathaus zu Leipzig] haben die kurfürstlichen sächsischen Schöffen, rechtsverständige Doctores, mit ihren Beisitzern; obern und untern Schöffschreiber, wohlerfahrnen, vorsichtigen, bedächtigen und gelehrten Männern, bei denen die einheimischen Landsassen, auch fremde und ausländische in bürgerlichen und peinlichen [d.h. strafrechtlichen] Sachen Rechts und Urteil um die Gebühr sich zu erholen haben.“

Derselbe Nikolaus Volckmar [II.] wird in einer lateinischen Urkunde vom 04.08.1557 aus dem Turmknopf des soeben fertiggestellten Alten Rathauses in Leipzig erwähnt:

Nach Angaben zum zeitlichen Ablauf der Bauarbeiten am Rathaus, Aussagen zu den Leistungen der Bauleute u.a. folgt eine Liste der „Senatores [Ratsherren]: Justus Cantzlerus, Antonius Lutterus, Aedilis [Baumeister], Nicolaus Volcmanus, ...“.

Er wie erwähnt - auch das Amt des Bürgermeisters inne. Auch über die Verhältnisse im Bürgermeisteramt wollen wir kurz die Schilderung von 1587 zu Wort kommen lassen. Obwohl sie ca. 30 Jahre nach seiner Amtszeit erstellt wurde und sicherlich eine unkritische Gefälligkeitsschilderung ist, gibt sie zweifelsohne auch Hinweise über die Situation zu seinen Lebzeiten:

„Das fünfte Gemach [im Leipziger Rathaus] ist die Ratstuben, darinnen sitzet der regierende Bürgermeister nebem dem Herrn Syndico und Stadtschreiber mit zweien seinen Baumeistern und andern neun Beisitzern, feinen, gelehrten, tapfern, alten, ansehnlichen, erfahrnen, sinnreichen, wohlweisen und klugen Männern, mit welchen auch wohl einem römischen Kaiser ein Rat besetzet werden möcht. In Maßen noch bei Mannsgedenken die hochlöblichen Kur und Fürsten des Hauses zu Sachsen, als Herzog Albrecht, Georg, Heinrich, Moritz und Augustus, alle christseliger Gedächtnis, oft und viel etliche aus dern Mitte in geheimen und hochwichtigen Sachen zu Rat gezogen haben. Diese regieren gemeinsam die Stadt wohlbedächtig und mit heilsamen, gutem Rat, verrichten auch der Bürgerschaft wichtige Sachen und Gebrechen notwendig und mit guter Bescheidenheit. Der Bürgermeister hat sein Türknecht und ein guter Anzahl Ausreiter, die stets auf ihn warten müssen. ...“

Über diesen Nicolaus [II.] liegen noch eine Reihe bisher nicht berücksichtigter Quellen vor. So fällt in seine Lebenszeit beispielsweise die berühmte Leipziger Disputation von 1519 zwischen Luther und Eck in der Pleißenburg, die zu den bedeutendsten Ereignissen der Reformationsgeschichte gehört, da in ihrem Verlauf der Reformator mit der katholischen Kirche öffentlich brach. Die Besuche des berühmten Rechenmeisters Adam Ries, häufig genannt „Riese“, 1550 und 1557 in Leipzig gehören hierzu.

Und das gerade auszugsweise beschriebene Leipziger Alte Rathaus wird von Hieronymus Lotter 1556 in Rekordzeit zwischen zwei Messen im Renaissancestil errichtet.

Dieser in der Leipziger Lokalgeschichte recht bekannte und in jedem Touristenführer erwähnte Lotter (um 1497-1580) war nicht nur ein Kollege von Nicolaus im Rat und Erbauer des Rathauses, sondern zugleich Bürgermeister. In dieser schönen Doppelrolle hat er sich gleich selber beaufsichtigt. Übrigens hat derselbe Lotter ein Jahr vor dem Rathausbau, also 1555, die vollkommene Erneuerung der sog. Alten Waage am Rathausplatz geleitet. Es handelt sich um just das Gebäude auf dessen Rückseite die Familie Volckmar ihre Wohnung Katharinenstr. 3 erhielt, die später über Catharina [Volckmar] auf Joachim Anckelmann übergehen wird.

Überhaupt scheint es sich um eine rechte Männerfreundschaft zwischen Lotter und Volckmar gehandelt zu haben. Gemeinsam hatte man auch das Spekulieren im Marienberger Silberbergbau im Erzgebirge. Dieser war nach ersten Silberfunden in den 1520iger Jahren in den 1540igern zu einer Blütezeit gekommen. Den immensen Kapitalbedarf für den kostspieligen Abbau und die Rafinierung des Edelmetalls deckten vor allem die Leipziger Handelsherren. Als sog. „Gewerken“ (Investoren mit Überschussbeteiligung bei positivem Schürfergebnis aber auch Nachschusspflicht bei negativem) kauften sie „Kuxe“ (Bergwerksanteile). In den Listen der Anteilseigner finden wir „Lotter, Hieronymus, Baumeister und Metallhändler ... und Bruder Antonius (und Anna) sowie Sohn Albrecht“ ebenso wie „Nickel Volckmar, Fischhändler“, dazu Jacob [ein Sohn], Maria, Hans [der Bauvoigt, wohl ein Sohn von Nicolaus?], Georg [wohl „unser“ Gregorius, Catharinas Großvater] und Magdalena Volckmar.

Und um die Sache abzurunden: auch die Familie „Kuffner“ (Catharinas [und Clara Volckmars] Großmutter väterlicherseits war eine geb. Kuefner) engagiert sich in Marienberg. Unter den bedeutsamsten Gewerken sind Andreas, Regina, Nickel (also Nicolaus, der Handelsherr, der 1566, das „Königshaus“ am Markt kaufte?) und Friedrich Kuffner/Kuefner. Jedenfalls waren Nicolaus Volckmar und Hieronymus Lotter nicht nur politisch, sondern auch geschäftlich eng miteinander verbunden.

Noch einmal begegnet uns Nicolaus Volckmar [II.] nämlich und zwar im Zusammenhang mit einer Beleidigung durch den „Baumeister“ Marcus Anthonius Lindeman auf einer Hochzeit im August 1559, wo dieser den „regirendt Burgermeister Niclas Volckmar“ (und u.a. seinen Kollegen, Bürgermeister Lotter, „Viceordinarius“) „one alle ursach mit groben schimpflichen worten angegriffen“ hat. ...

Nachfolger von Nicolaus Volckmar [II.] im Schöffenamt wurde Dr. iur. Wolfgang Scheibe. Die Urkunde vom 24.03.1562, in der es heisst, dass dieser „an stadt des verstorbenen Herrn Burgermeisters Niclas Volckmars zu einem Schoppen erclert und angenommen“wurde, bestätigt auch die in seiner Leichenpredigt und bei Becker gemachten Angaben zum Todeszeitraum.

Nach Nicolaus’ [II.] Tod 1561 wurde sein Geschäft wahrscheinlich von den Vormündern seiner unmündigen Kinder geführt. Erst im Jahre 1567 fand die Erbteilung statt. [Pabst, 2008, S. 31-35]
 

Nicolaus heiratete GERICKE Margarethe-2407 Tochter von GERICKE Jacob I.-2424 und WANDSLEBEN VON Anna.-2439. Margarethe wurde 1505 in Magdeburg geboren. Sie starb am 12. November 1567 in Leipzig. 

Nicolaus und Margarethe hatten die folgenden Kinder:

1. VOLCKMAR Magdalena-2409 wurde 1534 in Leipzig geboren. Sie starb 08.1598 in Leipzig.

    Magdalena Volckmar [I.], * Leipzig 1534, † ebd. 08.1598, beerdigt in Leipzig am 25.08.1598. Sie wurde mit 21 oder 22 Jahren in Leipzig am 17.02.1556 die zweite Frau von Georg Helffrich [d.Ä.], „Bawmeister und des Raths“ in Leipzig (er Karlstadt 1511, † Leipzig 09.01.1571).Georg Helfrich [I.] (auch Helfferich, Helfreich, Helffrich) war aus Karlstadt (heute zu Bayern) nach Leipzig eingewandert, 1537 Bürger in Leipzig geworden, 1555 Ratsherr, 1567 Stadtrichter, 1570 Ratsbaumeister sowie Vorsteher der Thomas- Kirche. Im Oktober 1537, d.h. im selben Jahr als er das Bürgerrecht erwarb, heiratete 26-jährig in erster Ehe Magdalena Weiß. Nach deren Tod als 46-jähriger Witwer mit mehreren Kindern 1556 die 21-jährige Bürgermeistertochter Magdalena Volckmar [d.Ä.], die so zur Ratsherrengattin wurde und damit ihren sozialen Status halten konnte. Die Ehe währte 15 Jahre, Magdalena hatte neben den Stiefkindern aus der ersten Ehe ihres Mannes neun eigene Kinder, „welche sie gut erzog und mit ehrlichen, vornehmen Heiraten versorgte“. Die Namen kennen wir nicht. ...[Pabst 2008, S. 34-35]

2. VOLCKMAR Margareta I.-2410 wurde 02.1534 in Leipzig geboren. Sie starb am 08. November 1601 in Leipzig.

    Margareta Volckmar [I.], geb. in Leipzig im Februar 1534, gest. an „hefftigem Fluß“ und beerdigt ebd. am 08.11.1601 bzw. am 11.11.1601. Sie heiratete 1563 Paul Fritzschhans, „Rathsverwandter in Leipzig“. Auffällig ist das übereinstimmende Geburtsjahr von Magdalena und Margareta: Zwillinge oder unzutreffende Daten? [Pabst 2008, S. 35]

3. VOLCKMAR Jakob-2411 wurde 1537 in Leipzig geboren. Er starb am 28. Juni 1583 in Leipzig.

    Jakob Volckmar d.Ä., * 1537 oder 1538, † 28.06.1583. 1568 Bürger, 1573 Ratsherr, 1577 Baumeister, verh. mit Regine, Tochter des Bürgermeisters Paul Neef in Pennig (sie † 17.02.1597). 1563 erbte er aus dem Nachlaß seines Vaters das Haus Nr. 393 in der Catharinenstraße. Die Haupttätigkeit Jakob Volckmars bestand im Handel mit Fisch. Er besaß Zweiggeschäfte in Hamburg, Braunschweig und anderen Orten und erfreute sich eines hohen Ansehens in Leipzig und den genannten Städten. Jakob starb, erst 45-jährig, als Ratsbaumeister. Seine Witwe übernahm die Leitung der Volckmarschen Handlung. Sie soll, wie ihr Schwager Georg in Nürnberg im Juli 1588 an den sächsischen Kurfürsten berichtete, eine äußerst geschäftstüchtige Frau gewesen sein, die sich nicht allein mit der Verwaltung des Hauptgeschäftes in Leipzig begnügte, sondern ständig Geschäftsreisen nach Hamburg, Braunschweig, Naumburg und vielen anderen Orten unternahm....(Pabst 35-36)

4. VOLCKMAR Stephan-2412 starb nach 1586.

    Der zweitälteste Sohn Stephan hatte anscheinend schon vor der Trennung der Brüder 1577 das Bürgerrecht in Hamburg erworben und übernahm nunmehr dort die Verwaltung einer Färberei, die Jakob von dem Hamburger Bürger Franz Freise, der ihm einige tausend Gulden schuldig war, erworben hatte. Außerdem betrieb Stephan Volckmar Handel mit Waid. Dieser wurde ihm in großen Mengen z.B. von seinem Bruder Jakob und von dem Gothaer Bürgermeister Andreas Weichhard geliefert. 1580 stellte Stephan seine Zahlungen ein. Am 16.05.1586 übergab seine inzwischen verwitwete Schwägerin Regina, Jakobs Frau, Stephan die von ihm bisher nur verwaltete Färberei, damit er seine Schulden tilgen könne. Spätere Nachricht haben wir von ihm nicht. [Pabst 2008, S. 36-37]

5. VOLCKMAR Georg I.-2413 starb nach 07.1588 in Leipzig.

6. VOLCKMAR Gregor d.Ä.-2394 wurde 1543 geboren. Er starb am 27. November 1598. [Näheres s.unten]

7. VOLCKMAR Anna-2414 wurde 1545 in Leipzig geboren. Sie starb vor 1595 in Leipzig.

    Anna Volckmar, * um 1545, † vor 1595), verh. im November 1573 in Leipzig mit Hans Braun, Händler in Leipzig. Diese Tochter Anna wird nicht bei Fischer 1929, S. 366 erwähnt. Statt dessen erscheint dort – wie in der hiesigen Vorauflage referiert –...Da Geburtsdaten oder auch nur Geburtsjahre nur ausnahmsweise vorliegen, die von Magdalena und Margareta 1534 bis Gregor 1545 reichen, ist nicht ausgeschlossen, dass sowohl Anna als auch Maria Töchter des Bürgermeisters Nikolaus Volckmar [II.] sind. Näheres ist anhand der bisher vorliegenden Daten nicht zu ermitteln. [Pabst 2008, S. 36]

    8. VOLCKMAR Maria-2415
    Maria, seit 1559 die zweite Ehefrau des aus Berlin stammenden Leipziger Ratsherrn Jakob Griebes d.Ä. (er † 18.08.1566). Bekannte Kinder:
    a) Hans Griebe, * 1563
    b) Nickel (Nicolaus) Griebe, * 1564.

 

V. Gregor Volckmar d.Ä.

VOLCKMAR Gregor d.Ä.-2394 2394  wurde am 12. März 1543 in Leipzig geboren. Er starb am 27. November 1598 in Leipzig. Er wurde in Leipzig (Thomaskirche) bestattet.

Gregor heiratete KUEFFNER Catharina.-2395 Tochter von KUEFFNER Nikolas 'Niklas' d.J..-2401 und BERNECKER Eva.-2402 am 25. August 1572 in Leipzig. Catharina. wurde am 26. Mai 1552 in Leipzig geboren. Sie starb am 10. Februar 1605 in Leipzig.

„Catharina“ [geb. Kueffner], „hinterlassene Widwin“ von Georg Volckmar und damit Catharinas Großmutter, ist - wie bereits erwähnt - am 10.02.1605 „entschlaffen“ und am 13.02. „zur erden bestattet“ worden“. [Pabst, 2008, S.24]

Über die Verhältnisse in der Leipziger Verwaltung...haben wir eine recht anschauliche Schilderung:

„[1587] .. Oben [im Rathaus zu Leipzig] ein herrlichen, schönen, langen Saal neben viel zierlichen Gemachen oder Stuben, dern drei brauchet das kurfürstlich sächsisch Ober Hofgericht. Dies Gericht, welchem auch der Landesfürst selbst unterworfen, wird jährlich auf die vier Quatember gehalten, da versucht und befleißet man sich ersten die Parteien in der Güte vorzutragen, und da dieselbe entstehet, läßt man das schleunige Recht ergehen. Und sitzen darinnen neun Personen aus der Ritterschaft und Doctoribus, rechtsgelehrte, erfahrne, geübte, aufrichtige und verständige Leut, darunter jetziger und nun eine lange Zeit Hof Richter der edle, gestreng und ehrnfest Erich Volckmar von Berlebsch von Rosla und Uhrleben, hessischer Erb-Kämmerer, OberHauptmann in Thüringen, Amtmann zu Salza und Thammespruck, ein tapfer, gelehrter, weltweiser und erfahrner Mann.“ [Pabst 2008, S. 31]

Gregor und Catharina hatten die folgenden Kinder, deren Enkel auf besondere Weise eng mit dem Leben von Catharina Kueffner verwoben wurden. Daher sei Pabst in gebotener Kürze bzw. Verkürzung zitiert:

1. VOLCKMAR Nikolaus III.-2396 wurde am 12. Oktober 1573 in Leipzig geboren. Er starb am 03. Oktober 1602 in Lepizig.

    Nicolaus Volckmar [III.], * 12.10.1573, † 03.10.1602 am „hitzigen Fiber“, Weinhändler und seit 1597 Bürger in Leipzig. Da das Bürgerrecht in Leipzig immer Grundeigentum voraussetzte, muss Nicolaus also spätestens 1597 ein Haus gekauft haben

    Er heiratete 1594 „Jungfrau“ Marie Rothhaupt, * 04.10.1570, † Leipzig 22.10.1602, beerdigt ebd. 25.10.1602. [Marie Rothhaupt war] die Tochter von Heinrich Rothhaupt d.Ä. , zunächst „Rat und berühmter Handelsherr in Leipzig“, später Erbsasse auf Zehmen und seiner Ehefrau Sabina Lewe (auch Lewen, Löwe[n], Lowe[n]). Zehmen bei Gaschwitz (letzteres heute zu Markkleeberg) lag südlich von Leipzig an der heutigen B2 nach Chemnitz . Der Ort ist noch im Ortsverzeichnis 1940 des Reichspostzentralamts eingetragen, danach aber dem Braunkohletagebau Espenhain südlich von Leipzig zum Opfer gefallen. Nur der schmale Streifen entlang der B2 mit Gaschwitz ist zwischen dem ehemaligen Tagebau Zwenkau und Espenhain erhalten geblieben. Bei Schenk 1749/1990iger ist Zehmen als Dorf mit Filialkirche auf halbem Weg zwischen Markkleeberg und „Rotha“ (heute Rötha), südöstlich von Gaschwitz verzeichnet.

    Aus der Ehe von Catharinas Eltern gingen vier Töchter hervor, die alle in Leipzig geboren wurden:
    24.01.1595 Maria [II.], verh. Gregor Luppe, † Leipzig 01.1623
    23.04.1596 Catharina, verw. Wolfgang Lebzelter, verh. Joachim von Anckelmann
    1598 Sabina, verh. Polycarpus Leyser, † 1634
    19.04.1602 Christina, verh. Christian Franckenstein, † Leipzig 13.01.1633

    Der Tod der Eltern 1602 im Abstand von nur drei Wochen machte Catharina und ihre drei Schwestern zu Waisen. Catharina, die zweitälteste, war erst 6 ½ Jahre alt. Die vier Mädchen kamen zunächst zu ihrer Großmutter väterlicherseits, Catharina Kueffner, Witwe des Kaufmanns und Ratsherrn Gregor Volckmar (1543-1598), die aber ihrerseits 2 ½ Jahre später, am 10.02.1605 starb.

    Danach kamen sie zu deren Schwiegersohn, Caspar Werner (* 08.11.1570 in Schleusingen , † 16.03.1629 in Leipzig ), Handelsherr , Ratsherr und Baumeister in Leipzig sowie Kirchvater an St. Thomas , dessen erste Ehefrau Margaretha Volckmar [II.] , eine Tante der Mädchen war. Auf Grund der verdrehten Beschreibung des Verwandschaftsgrades dürfen wir vermuten, dass diese Tante Margaretha 1605, als die Schwestern in den Haushalt von Caspar Werner kamen, bereits verstorben war und die namentlich nicht genannte Ziehmutter die zweite Ehefrau von Caspar Werner und mit den Mädchen nicht verwandt war. Hinsichtlich der ältesten Tochter Maria und der jüngsten Christina ergibt sich die Stiefvaterschaft des Ratsherrn Werner ausdrücklich aus deren jeweiligen Leichenpredigten. In Bezug auf die zweit und drittgeborene Catharina und Sabina vermuten wir sie. Denn offensichtlich nahm Werner die vier Waisen nicht uneigennützig in seinen Haushalt auf.

    Die Großmutter Catharina Kueffner hatte nämlich 1602 von den übrigen Erben ihres am 27.03.1598 in Leipzig verstorbenen und dort zwei Tage später beerdigten Mannes Gregor Volckmar, dem Großvater der Mädchen, das heute sog. „Königshaus“ am Markt, schräg gegenüber dem Alten Rathaus, sowie einen „Garten an der Nonnenmühle“ für 12.000 Gulden erworben. Noch in ihrem Todesjahr 1605 ging das Haus von ihren Erben auf ihren Schwiegersohn Caspar Werner über.

    Wenn wir davon ausgehen, dass zu den Erben der Catharina Kueffner auch deren vier minderjährige Enkelinnen gehörten, wird das „Geschäft“ deutlich: das Eigentum am Königshaus wurde eingesetzt, um diesen eine gesicherte Jugend in der Familie des Ratsherrn und Baumeisters Caspar Werner zu ermöglichen. Wenn auch ein letzter Beweis - etwa durch die letztwillige Verfügung Catharina Kueffners - aussteht, so lassen die sicher bekannten Eckdaten doch einen solchen Zusammenhang sehr plausibel erscheinen.

    Catharina Kueffner hatte im übrigen wohl schon vor 1602 im Königshaus gewohnt. Ihr Mann Gregor Volckmar hatte dieses nämlich bereits 1577 von den Erben des „Handelsherrn Nikol Küfner“ für 8500 Gulden gekauft. Dieser hatte es seinerseits 1566 von einem Martin Martin (Martens) erworben. Wahrscheinlich war dieser Nicolaus Küfner der Schwiegervater von Gregor Volckmar, die erwähnten Erben möglicherweise seine Schwiegermutter (?) und Schwager. Wir gehen daher davon aus, dass die Großmutter Catharina Kueffner die meiste Zeit ihres Lebens in diesem Haus gewohnt hat und dort wohl auch gestorben ist. Und auch die Schwestern werden dort den Großteil ihre Jugend verbracht haben, zunächst in der Obhut ihrer Großmutter, später in der der Stiefeltern Werner. ...[Pabst 2008, S.8-9]

2. VOLCKMAR Magdalena II-2397 wurde am 26. November 1580 in Leipzig geboren. Sie starb am 20. Oktober 1621 in Leipzig.

    Am 19. Mai 1602118 wurde die 21-jährige Magdalena Volckmar (* 26.11.1580) in Leipzig die zweite Frau des verwitweten Kaufmanns, Ratsherrn und Vorstehers der Thomaskirche Thomas Lebzelter und Stiefmutter seiner sechs Kinder aus erster Ehe.

    Um 1565 wird er vermutlich in Ulm geboren worden sein. 1590 heiratete er die 1570 in Nürnberg geborene Ratsherrentochter Anna Schnitzer. Ihr Vater Christoph Schnitzer (* um 1520) war Bürger und Handelsmann sowie Mitglied des Größern Rats zu Nürnberg. Er starb 1574 auf der Herbstmesse in Frankfurt a.M., Anna wurde mit vier Jahren Halbwaise. Ihre Mutter Sybilla Paller war Tochter von Matthes Paller, kaiserlicher Bergrichter auf dem Alaunbergwerk zu Drossendorf. Sie starb 1584 in Leipzig,

    Anna wurde mit 14 Jahren Vollwaise und wurde seither von ihrem Vetter Wolffgang Paller zum Hammel, „Patritius, vornehmer Handelsmann und des Rats zu Augsburg“ aufgezogen und mit 20 Jahren 1590 Thomas Lebzelter „ehelich versprochen und angetraut“.

    In über 9 Jahren Ehe hatte das Paar 7 Kinder, 5 Söhne und 2 Töchter. Ein Sohn starb vor der Mutter, die Namen der 6 die Mutter überlebenden Kinder werden in deren Leichenpredigt nicht genannt. Seit 1597 hatte sie Schwindsucht, woran auch ihre Mutter gestorben war. Es bildete sich ein Lungengeschwür, zuletzt lag sie 13 Wochen fest darnieder. Ihre 6 kleinen Kinderlein machten ihr große Sorge, 1600 starb sie am 10. Juli (im Titelblatt steht jedoch am 10. Juni), fast 30 Jahre alt. Zwei Tage später, am 12.07.1600, wurde sie von Dr. theol. Cornelius Becker, „Pastor zu St. Niclas“ (d.h. an der Nikolaikirche) in Leipzig begraben

    Thomas Lebzelter, nunmehr Witwer mit sechs Kleinkindern, suchte sich bald wieder zu verheiraten. Knapp 1 ½ Jahre später kam es zur erwähnten Wiederverheiratung am 19. Mai 1602 mit Magdalena Volckmar. Thomas Lebzelters zweite Ehe hielt bis zu Magdalenas Tod 21 Jahre. Magdalena hat die sechs Stiefkinder aus der ersten Ehe ihres Mannes großgezogen und die beiden Stieftöchter ausgestattet. Bald kamen eigene Kinder hinzu, insgesamt 11, von denen 6 Söhne und 4 Töchter die Mutter überlebten.

    1612-1615 dagegen war er noch auf dem Höhepunkt seines wirtschaftlichen Erfolgs. U.a. in diesen Jahren hatte er das Ehrenamt des Kirchenvorsteher der Thomaskirche inne. Es ist die Zeit, in der sich die Nachrichten über eine reichere Ausgestaltung der Kirche und über Umbauten der Nordsakristei häufen. Beteiligte Künstler waren u. a. Gregor Richter, der u.a. steinerne Türen lieferte, Hans von der Perre, der 1614 Sakristei und Beichthaus ausmalte, Hans Treuding, der fünf geschriebene Tafeln für die Beichtstühle lieferte . 1614 wurden die Wände des Chorraums rings um den Altar mit einer Verkleidung versehen, in die Gemälde eingelassen wurden, die ein „Peter Perneul in Frankfurt a.M.“ schuf, der dafür die stattliche Summe von 241 fl. erhielt.

    Möglicherweise besteht hier eine familiäre Beziehung zu „Michael Bernoul aus Frankfurt/M.“, der 1617 Lebzelters Tochter Anna aus erster Ehe heiratete und damit sein Schwiegersohn wurde (?). Die zahlreichen weiteren Anschaffungen dieser Jahre (z.B. Bilder Der „fünf Herren Superintendenten umb den Altar herumb“ von Johann von der Perre, Hängeleuchter, Teppiche usw.) können hier nicht alle aufgezählt werden. Erwähnt werden soll lediglich noch der neue Taufstein von 1614, für den Materialien aus Sachsen, aber auch aus Nürnberg, Hamburg und Lüneburg beschafft wurden und der überwiegend vom Magdeburger Bildhauer Georg Kriebel geschaffen wurde. Die Predigt zur Einweihung „des schönen und Kunstreichen/ Newerbawten Tauffsteins/ in der Kirchen zu S. Thomas in Leipzig/: Gethan am Tage Johannis des Teuffers/ den 24. Tag Iunii, Anno Christi 1615“ ist gewidmet:

    „Den Ehrnvesten / Wolweisen vnd Wolbenambten Herrn Caspar Wernern / Bawmeistern des Raths / vnd vornehmen Handelsmann /Vnd Herrn Thomas Lebzeltern / Rathsver=wandten und Churf[ürstlich] S[ächsischem] Factorn, auch vor=nehmen Handelsmann /Beyden Kirchvätern und Schulinspectorn,in der Kirchen vnd Schul zu S[ankt] Thomæin Leipzig /Meinen freundlichen lieben Schwägern vnd Gevattern / Zu sonderbarem Gedechtnis vnd Ehren vnd zu schuldiger danckbarkeit“

    Daraus folgt, dass Thomas Lebzelter und Caspar Werner, also der Ziehvater der vier Nichten von Magdalena Volckmar, d.h. von Catharina und ihren drei Schwestern Maria, Sabina und Christina, zeitgleich Kirchväter zu St. Thomas waren, gerade als die Kirche gerade kräftig renoviert wurde, Arbeiten an denen sie zweifellos regen Anteil hatten.

    Nicht nur über dieses Amt waren sie verbunden. Beide hatten jeweils eine Volckmar- Schwester, Töchter aus der Ehe von Gregor Volckmar und Catharina geb. Kueffner geheiratet (Werner Margaretha, Lebzelter Magdalena).

3. VOLCKMAR Gregor II.-2398 wurde am 13. Januar 1585 in Leipzig geboren. Er starb am 04. Juli 1610 in Leipzig.

    Gregor Volckmar war „vornehmer Bürger und Handelsmann zu Leipzig“. Er heiratet am 01.11.1608 die Ratsherrentochter Gertraud (Gertrud) Gräfe [II.] (sie * 28.08. 1585Leipzig † 10.12.1659 ebd.141) starb dort am 04.07.1610 und wurde am 06.07. beerdigt. 

4. VOLCKMAR Heinrich I.-2399 wurde am 17. Februar 1588 in Leipzig geboren. Er starb am 25. April 1646 in Leipzig.

5. VOLCKMAR Clara-1800 wurde am 23. August 1593 geboren. Sie starb am 14. September 1637. [ Vgl. Unten mehr]

6. VOLCKMAR Margaretha-2400 wurde vor 1605 in Leipzig geboren.

 

VI. Clara Volckmar

VOLCKMAR Clara.-1800  wurde am 23. August 1593 in Leipzig geboren. Sie starb am 14. September 1637 in Leipzig. Sie wurde am 21. September 1637 in Leipzig bestattet.

Zu den Quellen ihrer hier übernommenen Liste schreibt Felicitas Spring:

"Ahnen sind entnommen:_1. Nachlaß Gero von Wilcke im Verein HEROLD_2. Al. Dinglinger (dort vor allem Angaben nach Dr. Sydow und von Damm)_3. Bernhard Pabst, Die Vorfahren der Catharina Volckmar (Leipzig 1596-1642). Kaufleute und Ratsherren in Leipzig und Magdeburg vom 13. - 17. Jahrhundert. 3. erweiterte und korrigierte Auflage Berlin 2008" [Quelle: F. Spring 01/2011]

Clara heiratete HERMANN Leonhard d.Ä.-1799.Leonhard wurde 1600 in Schleußig geboren.

Am 15.05.1612 heiratete sie den aus Nürnberg stammenden späteren Leipziger Ratsherren und Baumeister Leonhard Herrmann (Herrmann ist der Familienname) „auf [? sic; ggf. aus?] Schleusingen“. Am 14.09.1637 ist sie in Leipzig verstorben, eine Woche später, am 21.09.1637 ebd. begraben worden. Bemerkenswert ist auch hier die Verheiratung mit einem eingewanderten Kaufmann aus Nürnberg. [Pabst, 2008, S. 28]

v. Wilcke: 13. Kind des Leonhard d.Ä. Herrmann, Bürgermeister in Leipzig, aus Schleußig (heute Leipzig-Schleußig) und der Clara Volckmar_[Quelle: Felicitas Spring 16.6.2010]

Leonhard und Clara hatten [u.a.] die folgenden Kinder:

HERMANN Catharina-1784 wurde 1630 in Leipzig geboren. Sie starb am 20. Januar 1668 in Endorf.

Nachlaß von Wilcke; Endorf: Bez. Halle, Mannsfeldischer Bergkreis (Müller)_[Quelle: Felicitas Spring 16.6.2010]

Catharina heiratete VON RYSSEL Gottfried-1783 Sohn von VON RYSSEL Jacob 1795 und SCHROETER Regina Maria-1796 am 26. Oktober 1652 in Leipzig Gottfried wurde am 01. August 1629 in Leipzig geboren. Er starb am 28. Juli 1688 in Hohnstein. Er wurde am 30. Juli 1688 in Hohnstein bestattet.

Amtmann in gr. mansfeld./kursäschs., Diensten, v. Wilcke: (Tilles Leipziger Leichenpredigten in Mitt. d. Zentralstelle 2. Heft 1906 S. 117 Nr. 134, mit falschen Urgroßvater Phil. Schröter, 1. rector in Jena)_JUC, gräfl. mansfeldischer, später kursächsischer Amtmann [Quelle: Felicitas Spring 16.6.2010]
 

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